Kondolenzbücher und Gedenkwachen - Abschied von Helmut Kohl

Die Junge Union in Mainz schlug vor, dass die gut fünf Kilometer lange Straßenverbindung vom Europa-Kreisel am Stadion bis zum Ende der Kaiserstraße am Rhein künftig "Helmut-Kohl-Allee" heißen soll. Die Landesvorsitzenden der Jungen Union aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen - Johannes Steiniger, Nikolas Löbel und Stefan Heck - sprachen sich am Montag dafür aus, das Frankfurter Drehkreuz im Luftverkehr künftig als "Flughafen Helmut Kohl" zu führen.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte einen europäischen Staatsakt angeregt - es wäre die erste Veranstaltung dieser Art überhaupt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trug sich im Kanzleramt in Berlin in das Kondolenzbuch für den Altkanzler ein. Das sei Kohls ausdrücklicher Wunsch gewesen, berichtet die 'Bild'.

Die Pläne für einen gebührenden Abschied von Altkanzler Helmut Kohl nehmen allmählich Gestalt an.

Einer der größten Momente seines Lebens: Bei der Einheitsfeier am 3. Oktober 1990 winkt Helmut Kohl in die Menge, flankiert von Hans-Dietrich Genscher, Hannelore Kohl und Bundespräsident Richard von Weizsäcker.

Der langjährige Bundeskanzler und Wegbereiter der Wiedervereinigung war am Freitag im Alter von 87 Jahren in seiner Heimatstadt Ludwigshafen gestorben. Der frühere SPD-Vorsitzende und -Kanzlerkandidat Rudolf Scharping plädierte in der "Welt am Sonntag" dafür, Straßen und Plätze nach Helmut Kohl zu benennen.

In einem Gespräch über sein Buch würdigte Schulz den Altkanzler als "Jahrhundertgestalt" mit "großen historischen Verdiensten" um die europäische Einigung. Sein Tod hat in Deutschland und international Trauer ausgelöst. Die aus ganz Deutschland angereisten Vertreter der CDU-Nachwuchsorganisation legten Blumen, Kränze und Kerzen vor dem Bungalow nieder. Der CDU-Politiker hatte nach der friedlichen Revolution in der DDR 1989 mit den Staats- und Regierungschefs Russlands, der USA, Großbritanniens und Frankreichs die Bedingungen für die Deutsche Einheit ausgehandelt.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hatte Kohl am Freitag als "großen Europäer" und als "Glücksfall für uns Deutsche" bezeichnet. Und weiter: "Europäische Einheit und transatlantische Partnerschaft waren ihm immer Herzensanliegen".


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