Londons Bürgermeister nennt Vorfall nahe Moschee "schrecklichen Terroranschlag"

Mohammed Kozbar, ein Vertreter der Moschee im Stadtteil Finsbury rief die Menschen zum Zusammenhalt auf: "Wir leben hier in Harmonie". Im Kurzbotschaftendienst Twitter teilte der Muslim Council of Britain mit, dass ein Lieferwagen Gläubige überfahren habe, als sie die nahe gelegene Moschee im Stadtteil Finsbury Park am verlassen hätten. Viele Muslime fühlen sich unsicher, weil sie zum Ziel von Terroristen wurden, viele sind verärgert, weil sie denken, dass sie selbst unter Generalverdacht stehen. Nach Polizeiangaben gibt es bislang aber keine Erkenntnisse zu weiteren Verdächtigen.

Bei den Opfern im Stadtteil Finsbury Park soll es sich vornehmlich um Muslime handeln, die während des Fastenmonats Ramadan nach dem Ende eines Gebets auf der Straße waren. Die Polizei bestätigte die Festnahme des 48 Jahre alten Fahrers. Die Polizei behandelt die Tat als Terrorangriff.

Ob ein Mann als Folge des Angriffs umkam, war nach Angaben der Polizei zunächst unklar - er hatte demnach schon vor der Tat erste Hilfe erhalten.

Premierministerin May sprach von einem "schrecklichen Zwischenfall". Der Mann sei "zusätzlich wegen Auftrags, Vorbereitung oder Anstiftung zum Terrorismus einschließlich Mordes und versuchten Mordes" festgenommen worden. Der Mann sei "als Vorsichtsmaßnahme" in ein Krankenhaus gebracht worden und werde auf seine psychische Gesundheit untersucht. "Ich will alle Muslime töten!" gerufen, gab der Augenzeuge Khalid Amin am Montag gegenüber der BBC an. "Trotzdem gehen die Ermittlungen weiter". Aus der Sicht des Britischen Rats der Muslime könnte es sich um einen gezielt gegen Muslime gerichteten Anschlag gehandelt haben. Der Rat der Muslime in Großbritannien verwies am Montag in einer Erklärung auf zahlreiche islamfeindliche Übergriffe in den vergangenen Wochen.

Die Londoner Polizei sprach in einer Erklärung zunächst von einem "schweren Zwischenfall". Sie teilte am in der Früh mit: "All meine Gedanken sind mit jenen, die verletzt wurden, mit deren Angehörigen und mit den Rettungskräften am Unglücksort". Labour-Chef Jeremy Corbyn, der in Islington North seinen Wahlkreis hat, lobte damals den Wandel der Moschee und die harte Arbeit der Verantwortlichen. Der zweite Terroranschlag in London innerhalb eines Monats sei "genauso widerwärtig", wie die vorherigen, sagte May am Montag in London.

Der Angriff ereignet sich vor dem Muslim Welfare House, einem kleinen Gebetshaus im Norden Londons.

Die Polizei hatte am späten Sonntagabend kurz nach Mitternacht erste Notrufe enthalten. Die Einsatzkräfte wurden daraufhin zum Ort des Geschehens in der Seven Sisters Road geschickt.

Die Moschee, die bis zum Jahr 2005 als Finsbury Park Moschee bekannt war, wurde mehrere Jahre lang mit extremistischer Ideologie und Beziehungen zur Terrororganisation Al-Qaida in Verbindung gebracht. Acht Opfer kamen laut Polizei ins Krankenhaus, mehrere weitere wurden vor Ort behandelt. "Ich will alle Muslime töten!" "Das ist eine Terrorattacke". Wie die "Daily Mail" berichtet, soll es drei Angreifer gegeben haben.

Ein Mann rast mit einem Lieferwagen in eine Menschenansammlung in der Nähe eines muslimischen Gebetshauses in London, zehn Menschen werden verletzt.

Das Motiv des Täters war zunächst unklar, Waffen hatte er nach Angaben der Polizei nicht dabei.


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