Löw: "Ich darf die Erwartungen nicht zu hoch stecken"

Von gutem Fußball wollte Bernd Leno nicht reden.

Beim Confed Cup im russischen Sotschi hat die deutsche Nationalelf ihr Auftaktspiel gewonnen. Ich bin sehr zufrieden.

Trotz ärgerlicher Gegentore und einigen Wacklern ebnete der Erfolg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft den Weg Richtung Halbfinale.

Julian Draxler, Kapitän und Torschütze In der ersten Halbzeit hätten wir mehr aus unseren Chancen machen müssen, in der zweiten Halbzeit waren wir nicht mehr so überlegen.

Aber daraus machte sich die deutsche Mannschaft zumindest rein sportlich nicht viel bei ihrem Auftakt gegen Australien. Nur drei Weltmeister gehören zum Kader, lediglich Shkodran Mustafi kam in Brasilien mehrfach zum Einsatz. Vor allem der starke Leon Goretzka fiel immer wieder positiv auf. Er verwandelte einen Elfmeter zum 2:1. Am Ende geriet der deutsche Sieg bei einigen guten Aktionen der Australier sogar noch in Gefahr - nach dem Schlusspfiff herrschte mehr Erleichterung als Euphorie im DFB-Lager. Der Blick geht auch schon nach vorne: Chile wird ein richtiger Prüfstein. "Da müssen wir uns steigern", forderte auch Kapitän Draxler.

Die offensive Ausrichtung, die Bundestrainer Joachim Löw gewählt hatte, zeigte sofort Wirkung. Er lobt den sehr starken Goretzka und nimmt Torwart Leno in Schutz. Und ganz nebenbei war es das erste Länderspieltor eines Borussen seit Max Kruse ein Doppelpack beim 7:0 gegen Gibraltar gelungen war - am 13. Juni 2015. Chile wird ein Spiel auf einem anderen Level. Der Gladbacher erzielte mit einem platzierten Schuss gegen die Laufrichtung des australischen Torhüters in seinem dritten Länderspiel das erste Tor. Schon der erste schneller Angriff, der bei Leno seinen Ausgangspunkt genommen hatte und dann auf der rechten Seite bei Brandt landete, der Stindl mit einem klugen Rückpass von der Grundlinie perfekt bediente, hatte die Führung gebracht. Die limitierten Australier waren anfangs fast nur mit Abwehrarbeit beschäftigt - und mit dem 0:1 aus ihrer Sicht lange Zeit gut bedient. Sandro Wagner hätte per Kopf (16.) und aus spitzem Winkel nach Zuspiel von Goretzka (23.) erhöhen können. Zunächst hatte die in diesem Moment unaufmerksame deutsche Abwehr Glück, als nach einem Freistoß von Aaron Mooy der aufgerückte Trent Sainsbury leichtfertig per Kopf vergab (37.). Der erste Auftritt lieferte gleich erste Aufschlüsse für den Bundestrainer. Mustafi blockte den Versuch von Rogic zunächst noch mit dem Rücken ab. Goretzka war zuvor von Massimo Luongo gefoult worden. Aber: "Den zweiten Ball könnte er festhalten". Weil er ein Handspiel vermutet hatte, vergewisserte er sich beim Videoschiedsrichter.

Löw brachte in der 58. Minute Timo Werner für Wagner und wenig später Niklas Süle für Brandt. Ich darf die Erwartungen dann auch nicht zu hoch stecken.

Bernd Leno dagegen hat zwei Gegentore verschuldet.


Beliebt

VERBINDEN