Nach Haft in Nordkorea: US-Student Otto Warmbier gestorben

Von nordkoreanischer Seite indes war verlautet, Warmbier habe im vergangenen Frühling eine Lebensmittelvergiftung erlitten. Warmbier kehrt er in die USA zurück - im Koma und mit einem schweren Hirnschaden.

Washington. 17 Monate war der Student Otto Warmbier in Nordkorea in Haft, die meiste Zeit im Koma.

"Young Pioneer Tours" wurde 2008 von einem Briten gegründet und hat seinen Sitz in Xian (China). Der Familie übermittelte Trump in einem Schreiben sein "tiefes Beileid".

"Unglücklicherweise ließen die grauenvollen Misshandlungen, die unser Sohn durch das nordkoreanische Regime erleben musste, kein anderes Schicksal zu, als das traurige, das wir heute erleben mussten", heißt es in der Mitteilung der Familie. "Viele entsetzliche Sachen" seien geschehen, aber wenigstens sei es den USA gelungen, Warmbier nach Hause zu seinen Eltern zu bringen.

Am Dienstagabend war Warmbier in seine Heimat Ohio zurück. Das gab seine Familie am Montagabend in einem Statement bekannt. Ihre Vermutung: Ein Herzinfarkt sei die wahrscheinlichste Ursache für die großen Schäden am Gehirn des 22-Jährigen. Nach Nordkoreas Darstellung fiel Warmbier wegen einer Nahrungsmittelvergiftung und einer Schlaftablette ins Koma.

Der Student, der Nordkorea mit einer Reisegruppe besucht hatte, war im März 2016 wegen Diebstahls eines Agitprop-Posters und "Verbrechen gegen den Staat" zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Er hatte eingeräumt, dass er auf einer Touristenreise durch Nordkorea ein Propaganda-Transparent von der Wand abgenommen und mitgehen lassen hatte wollen. Die nordkoreanische Justiz stufte das als staatsfeindliches Handeln ein.

Otto Warmbier war am 13. Juni aus "humanitären Gründen" aus der Haft in Nordkorea entlassen worden. Er traf am Dienstagabend in Ohio per Krankentransport ein. Ihre Gedanken und Gebete seien bei der Familie und Freunden des 22-Jährigen.

Aber: Die US-Ärzte widersprachen der Darstellung, das Botulinumtoxin schuld am Zustand Warmbiers sei. Er konnte zwar die Augen öffnen und blinzeln, es gab aber keine Anzeichen, dass er auf Sprache oder non-verbale Aufforderungen reagieren konnte.

Sein Sohn habe unter einem "brutalen, terroristischen Regime" gelitten, sagte Fred Warmbier. Ihr Sohn, der bei seiner Ankunft zu Hause zunächst "verängstigt" gewirkt habe, sei schließlich "in Frieden" verstorben. Vorausgegangen waren intensive diplomatische Bemühungen von US-Außenminister Rex Tillerson und dem schwedischen Außenministerium, das die Interessen der USA in Nordkorea vertritt. Nordkorea sei verantwortlich für die "ungerechte Inhaftierung", alle anderen, "illegal inhaftierten" Amerikaner in Nordkorea müssten sofort freigelassen werden.


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