Neue Antworten zu Trumps Russland-Affäre

Wie gut, dass es Wochenenden gibt. Trumps Vertrauter Christopher Ruddy sagte nun dem Sender PBS, der Präsident ziehe in Betracht, "die Sonderermittlung vielleicht zu beenden". Durch seine Zurückhaltung machte er den Weg frei für Robert Mueller, der als knallharter und unabhängiger Ermittler gilt und Trump in Bedrängnis bringt. Und sich auf den Hochzeitspartys fremder Leute feiern lassen.

Zumindest einer Sache kann sich der US-Präsident gewiss sein: sein Justizminister bringt ihm bedingungslose Loyalität entgegen. An diesem Dienstag spätestens dürfte die Party-Stimmung wieder vorbei sein.

Das Justizministerium bestreitet entsprechende Gerüchte allerdings entschieden, nachdem Sessions zuvor eingeräumt hatte, dass er sich im Wahlkampf 2016 zweimal mit dem russischen Botschafter in Washington getroffen habe. Comey hatte bei seiner Befragung vor dem Gremium in der vergangenen Woche gesagt, die Öffentlichkeit wisse längst nicht alles über Sessions Russland-Kontakte. Bei den Begegnungen ging es nie um den russischen Einfluss auf die US-Wahl, sagte Sessions unter Eid.

Sessions hatte Trump im Wahlkampf intensiv unterstützt. Er hatte dabei erklärt, er habe sich wegen der Polizeiermittlungen zu den Russland-Verbindungen des Trump-Teams vom Präsidenten unter Druck gesetzt gefühlt. Mit ihm haben sich auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und Trumps inzwischen zurückgetretener Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn mehrfach getroffen.

Traf Sessions Kisljak ein drittes Mal? Diesmal ist Justizminister Sessions dran.

Sessions hatte sich aus den Russland-Ermittlungen des FBI zurückgezogen, nachdem die beiden Treffen mit Kisljak bekannt geworden waren. Doch dann hat Trump plötzlich selbst öffentlich betont, bei der Entlassung "das Russland-Ding" im Kopf gehabt zu haben. Comey hatte vergangene Woche ausgesagt, dass Trump damals alle anderen aus dem Zimmer geschickt habe, unter anderem Sessions.

Der Hardliner Sessions ist für Trump ein sehr wichtiger Mann. Sollte der Präsident sich des Sonderermittlers entledigen wollen, werde der Kongress ihn wieder einsetzen. Nach einer neuen Umfrage sind 56 Prozent der Wähler überzeugt, dass sich Trump in die Ermittlungen wegen der russischen Manipulationsversuche eingemischt hat. Bei der ersten Kabinettsitzung im Weißen Haus ergingen sich die Minister in Lobhudelein und Ergebenheitsadressen für den Präsidenten, die angesichts der vielen Probleme der skandalumwitterten Regierung bizarr wirkten. Justizminister Jeff Sessions' Auftritt vor dem Geheimdienstausschuss des Senats in Washington fand in einer erhitzten politischen Atmosphäre statt; der ehemalige republikanische Senator aus Alabama, ein früher Unterstützer Trumps, wusste sich indes zu behaupten. Er twittert nach dessen Einsetzung, das sei die "grösste Hexenjagd" auf einen Politiker in der amerikanischen Geschichte. Er könne das weder dementieren noch bestätigen, sagte Sessions. Trump habe "keine Absicht", Mueller zu feuern. Gleich mehrere Mitglieder hatten sich in Lobhudelei für Trump überboten.

Zuletzt hatte es aus dem Umfeld des Präsidenten geheißen, Trump erwäge eine Entlassung von Sonderermittler Mueller. Er will noch alleine mit Comey reden. Sessions, Comeys direkter Vorgesetzter, hatte die Entlassung befürwortet. Sessions beharrte darauf, dass Comey wegen seiner Rolle bei der Untersuchung von Hillary Clintons privatem E-Mail-Server untragbar geworden sei - obschon Donald Trump mehrmals posaunte, er habe den FBI-Direktor wegen dessen Russland-Untersuchung entlassen. Er sei über das Thema seit dem Tag nach seinem Amtseid nicht mehr gebrieft worden.


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