Ostapenko und Halep im French-Open-Finale

Während Nadal bei den Herren am Sonntag den bemitleidenswerten Schweizer Stan Wawrinka nach einer weiteren Sternstunde mit 6:2, 6:3, 6:1 deklassierte und damit als erster Tennisspieler seit Einführung des Profitennis zehn Mal bei ein und demselben Grand-Slam-Turnier gewinnen konnte, feierte Ostapenko im Stade Roland Garros ihren Debüt-Titel.

"Heute Abend werde ich ein bisschen Spaß mit meiner Familie und ein paar Freunden haben, und morgen bereite ich mich dann wieder auf das Endspiel vor", sagte Ostapenko nach ihrem Halbfinalsieg gegen die Schweizerin Timea Bacsinszky am Donnerstag, an dem sie 20 Jahre alt wurde. "Es ist unbegreiflich. Ich bin erst 20 - und schon French-Open-Siegerin", sagte die kleine Flitzerin, die zwei Wochen lang die Tenniswelt und die angestammte Hackordnung fast provozierend auf den Kopf gestellt hatte. Außerdem verpasste sie mit der Niederlage den Sprung an die Spitze der WTA-Weltrangliste, die Deutsche Angelique Kerber bleibt weiterhin Erste.

Die Lettin Jelena Ostapenko hat das spannende Duell der Geburtstagskinder gewonnen und steht völlig überraschend im Endspiel der French Open in Paris. Doch die Rumänin, die nach ihrer Managerin Virginia Ruzici die erste rumänische Siegerin seit 1978 werden könnte, war mit ganz anderen Aussichten nach Paris gekommen. Gegen Halep, die nach ihrem zweiten Grand-Slam-Finale weiter auf ihren ersten großen Titel warten muss, nutzte Ostapenko nach 1:59 Stunden ihren ersten Matchball. Die französische Zeitung "L'Equipe" verglich ihren Ruf sogar mit dem der Pest.

Die Lettin spielt riskant, wagemutig, verblüffend. "Das Damentennis braucht frisches Blut".

Ostapenko gelangen im Halbfinale 50 direkte Gewinnschläge.

"Harte Arbeit, Charakter und Kampfgeist".

Jagte die Filzkugel unerbittlich hart übers Netz: Die Lettin Jelena Ostapenko. "Ich bin stolz!", schrieb Staatspräsident Raimonds Vejonis bei Twitter. Vor allem Pliskova quälte sich lange über den von ihr ungeliebten Sand, zeigte erst im Viertelfinale gegen die Französin Caroline Garcia ihre erste überzeugende Leistung. Regierungschef Maris Kucinskis twitterte: "Lettland kann sich jetzt auch Tennisgroßmacht nennen". "Bei einigen Punkten habe ich mich wie ein Zuschauer auf dem Platz gefühlt", sagte die enttäuschte Halep. "Ostapenko erschüttert die Tennis-Welt", schrieb die Tageszeitung Diena auf ihrer Webseite.


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