Portugal trauert um die Opfer der verheerenden Waldbrände

Ein verheerender Waldbrand sucht Portugal heim. Auf der "Todesstraße", wie Medien schrieben, starben mindestens 30 Menschen. Auch die Nachbarbezirke Coimba und Castelo Branco seien inzwischen in Gefahr, berichtet die portugiesische Nachrichtenagentur Lusa. Die Flammen wüten seit Samstag in der Region Pedrógão Grande, knapp 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon. "Es sind erschütternde Bilder von eingekesselten Dörfern und Menschen, die dem Inferno auf der Flucht in ihren Autos zum Opfer gefallen sind", so Gabriel. Der Generalsekretär lobte außerdem den Einsatz der Regierung, Feuerwehrleute, Rettungskräfte und zivilgesellschaftlichen Organisationen im Kampf gegen das Feuer. Viele Menschen wurden von dem Feuer überrascht.

Nach Angaben des Innenministeriums waren etliche der später tot geborgenen Menschen mit ihren Fahrzeugen unterwegs, als die Flammen sie plötzlich einschlossen. Autos fahrenin Pedrogao Grande (Portugal) auf der Landstraße zwischen Castanheira de Pera und Figueiro dos Vinhos an einem ausgebrannten Auto vorbei.

Das Feuer sei an vier Fronten aktiv und werde von rund 750 Feuerwehrmännern mit rund 200 Einsatzfahrzeugen und zwei Flugzeugen bekämpft, teilte der Zivilschutz mit.

Die Feuerwehr war offenbar in den ersten Stunden völlig überfordert. Die hohen Temperaturen, die extreme Trockenheit und die starken Winde behinderten weiterhin die Löscharbeiten und fachten die Brände immer wieder an, hieß es aus dem portugiesischen Innenministerium. In der Region um den Kreis Pedrógão Grande waren am Montag nach einer Mitteilung des Zivilschutzes mehr als 900 Feuerwehrmänner mit knapp 300 Fahrzeugen und vier Löschflugzeugen im Einsatz.

Die Zahl der Todesopfer blieb seit Sonntagabend zwar unverändert, die Behörden warnen aber, dass diese noch steigen könne.

Eine von der Regierung angeordnete dreitägige Staatstrauer begann heute. Ministerpräsident Costa sagte, er sei vom "Ausmaß der Tragödie schockiert".

Der Verdacht auf Brandstiftung bestätigte sich nicht, sagt José Almeida Rodrigues, Direktor der Kriminalpolizei: "Alles deutet auf eine natürlich Ursache hin". Noch immer konnten einige Gebiete nicht erreicht werden, sagte Innen-Staatssekretär Jorge Gomes. In der Region ist es derzeit sehr heiß mit Temperaturen von über 30 Grad.

Rund 2000 Feuerwehrleute versuchen weiter, die verheerenden Waldbrände im Zentrum Portugals unter Kontrolle zu bringen. Viele Bewohner der von den Flammen zerstörten oder bedrohten Häuser sagten, sie hätten stundenlang nicht einen einzigen Feuerwehrmann gesehen. Ein Mann meinte: "In meinen 53 Jahren habe ich so etwas nicht gesehen". Präsident Marcelo Rebelo de Sousa sagte, das Land fühle einen "Schmerz ohne Ende".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe gegenüber dem portugiesischen Ministerpräsidenten António Costa zudem die Anteilnahme der Deutschen zum Ausdruck gebracht. Spanien kündigte die Entsendung von zwei Canadair-Löschflugzeugen an.


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