Schatzkanzler: Verkleidung des Grenfell Towers war verboten

Außerdem verlangten hunderte Menschen den Rücktritt von Premierministerin Theresa May.

Unterdessen wurden in den Medien immer mehr Details zu der Fassadenverkleidung bekannt, die in ihrer nicht feuerresistenten Form für Gebäude von mehr als zwölf Metern Höhe in den USA demnach verboten ist. Wie Polizeichef Stuart Cundy von Scotland Yard mitteilte, sei dies die Zahl der Toten und der für tot gehaltenen Vermissten. Er versprach, dass die Such- und Bergungsarbeiten so rasch wie möglich beendet würden. Einige der Brandopfer werden womöglich niemals identifiziert werden, weil sie so schwer verbrannt seien.

May steht wegen ihrer Reaktion auf den Großbrand mit mindestens 30 Toten unter Druck.

Das Feuer im Grenfell Tower im Westen Londons war in der Nacht zum vergangenen Mittwoch ausgebrochen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden werden 19 Verletzte im Krankenhaus behandelt, zehn von ihnen schweben in Lebensgefahr. Deren genaue Zahl konnten die Behörden noch nicht genau sagen. Die Brandursache ist weiterhin unklar. Überlebende und Angehörige der Todesopfer werfen den örtlichen Behörden vor, diese hätten die zahlreichen Hinweise und Warnungen hinsichtlich der Sicherheitsmängel in dem Sozialwohnungsbau missachtet. Die Schließungen seien auf Wunsch der Londoner Feuerwehr erfolgt. Gemanagt wurde der Grenfell Tower von der Bezirksverwaltung. Sie fordern darüberhinaus unabhängige strafrechtliche Ermittlungen. Cundy sagte am Montag, die Polizei gehe auch dem Verdacht von Straftaten im Zusammenhang mit dem Feuer nach. Es sei durchaus möglich, dass das nicht bei allen Todesopfern gelingen werde. Die Behörde ist unter anderem für den Wohnungsbau verantwortlich. Im Regierungsbezirk Westminister fand eine Solidaritätskundgebung für die Opfer der Brandkatastrophe statt.

Die Polizei veröffentliche Bilder aus dem Innern des ausgebrannten Hochhauses. Auf den Fotos und Videos lässt sich nur schwer erkennen, dass dort bis vor kurzem Menschen ein ganz normales Leben führten: Die Wohnungen wirken wie jahrzehntealte Kriegsruinen, nur mit Mühe sind zwischen Schutt und Asche eine ausgebrannte Waschmaschine, eine Badewanne, ein Geschirrbecken sowie das Gerippe eines Fitnessrads zu erkennen.


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