Sieg zum Confed-Cup-Auftakt für Fußball-Weltmeister Deutschland

Kurz vor dem Turnierauftakt am Montag (17.00 Uhr, live im ZDF) spendierte er seinen 21 Akteuren sogar noch einen freien Nachmittag am Schwarzen Meer, den einige in Sotschi zur Erkundung der Strandpromenade nutzten.

Joachim Löw ist positiv überrascht von seinem Perspektivteam.

Das Abschlusstraining hatte Löw kurzfristig auf den gewohnten Trainingsplatz nebenan verlegt.

Die offensive Ausrichtung, die Bundestrainer Joachim Löw gewählt hatte, zeigte sofort Wirkung.

"Ich kann unter Wettkampfbedingungen experimentieren". "Es ist die Weltbühne des Fußballs jetzt in diesem Sommer".

Seine radikale Personalauswahl für das Turnier hat auch in der Heimat die Fans gespalten. Nur 19 Prozent unterstützen diesen voll und ganz. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov heißen 42 Prozent der an Fußball interessierten Deutschen Löws Confed-Cup-Kurs nicht gut. Geringe 13 Prozent der 2050 Befragten schätzen die Chancen auf den Titelgewinn als sehr gut ein.

Ungewissheit herrscht auch bei der Mannschaft selber, obwohl sich in den zwei Wochen des Zusammenseins eine gewisse Euphorie aufgebaut hat und der Teamgeist ausgeprägt ist, wie alle betonen. Dabei ist das Spiel gegen den Südamerikameister, der zum Auftakt gegen Kamerun 2:0 gewonnen hatte, das Duell um den Gruppensieg. Seine völlig neu zusammengestellte Formation überzeugte im ersten Durchgang mit einem schwungvollen Vortrag, aus dem Takt brachte sie sich durch individuelle Fehler letztlich selbst.

Der eingewechselte Leipziger Timo Werner verpasste mit einem Pfostenschuss die mögliche Vorentscheidung zum 4:2 (75.).

Nach dem frühen Tor entwickelte sich zunächst ein dominanter Auftritt des unerfahrenen Teams von Löw, das das Spiel lange diktierte und schon erstaunliche Automatismen aufwies. Im Anschluss an das 3:2 hatte Löw in der Abwehr von einer Vierer- auf die zuletzt eingeübte Dreierkette umgestellt, und damit Stabilität hergestellt, obwohl sein Defensiv-Joker Niklas Süle nicht restlos überzeugt hat. Jetzt wissen wir, woran man noch arbeiten kann. Das hatten wir vorher nicht immer so. "Wir haben vieles über Kombinationen am Boden gemacht", erklärte Löw. "Wir glauben an ihn, auch für die Zukunft", hatte Teammanager Oliver Bierhoff noch vor dem Anpfiff über Goretzka geäußert. "Manu ist die Nummer 1, das ist klar. Dahinter ist der Kampf eröffnet", erklärte Leno.

Womöglich bleiben Leno, der in der kommenden Saison mit Bayer im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nicht international spielen kann, nur noch Trainingseinheiten, um den schlechten Eindruck vor der Sommerpause zu verwischen.

Die Australier werden den "Weltmeister light" kaum unterschätzen.

In der Folge erarbeitete sich das DFB-Team weitere gute Möglichkeiten, agierte jedoch unter anderem in Person von Sandro Wagner fahrlässig im Anschluss.

Die seit dem letzten EM-Final unbesiegte deutsche Equipe tritt in Russland zwar mit dem Status des WM-Titelträgers an, mit der goldenen Mannschaft von Rio 2014 ist die aktuelle DFB-Auswahl aber nur marginal zu vergleichen. Es waren wichtige Initialzündungen in den Karrieren späterer Weltmeister wie Schweinsteiger, Podolski und Mertesacker 2005 oder Müller, Kroos, Khedira und Özil fünf Jahre später.

Deutschland: Leno (25 Jahre/Bayer Leverkusen/4 Länderspiele) - Rüdiger (24/AS Rom/13), Mustafi (25/FC Arsenal/16), Ginter (23/Borussia Dortmund/10) - Kimmich (22/Bayern München/15), Can (23/FC Liverpool/10), Goretzka (22/Schalke 04/5), Hector (27/1. FC Köln/29) - Draxler (23/Paris St. Germain/30) - Wagner (29/1899 Hoffenheim/2), Werner (21/RB Leipzig/2).


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