USA wollen im Konflikt zwischen mehreren arabischen Staaten und Katar vermitteln

In der saudischen Region von Najran an der Grenze zum Jemen haben die Truppen aus Katar ihren Rückzug begonnen. Begründet wurde dies unter anderem mit Verbindungen Dohas zu "Terrororganisationen". Außerdem stellten die Länder den Flugverkehr von und nach Katar ein.

DFB-Präsident Reinhard Grindel hat auf die Krise reagiert und einen Boykott der Fußball-WM 2022 in Katar nach den jüngsten Vorwürfen nicht mehr grundsätzlich ausgeschlossen.

Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain hatten am Montag die diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen. Eine Rolle spielt allerdings offensichtlich auch das relativ gute Verhältnis Katars zu Iran. Der schiitische Iran ist ein Erzrivale Saudi-Arabiens und der anderen von Sunniten regierten Golfstaaten. Zugleich kritisierte er Iran scharf.

Katar - nur etwa halb so groß wie Hessen - ist wie etwa Saudi-Arabien und Ägypten ein Verbündeter der USA. Die Weltmeisterschaft muss wegen der Hitze im Winter ausgetragen werden, die Arbeiter beim Bau der neuen Stadien werden wie Sklaven gehalten und rund um die Wahl Katars wollten Korruptionsgerüchte nicht verstummen.

Am Montag hatte Washington zunächst eine neutrale Haltung in dem Konflikt eingenommen. Trump habe die Notwendigkeit der Einheit der Golfstaaten betont, teilte das Weiße Haus anschließend mit. "Wir ermutigen die Konfliktparteien, sich zusammenzusetzen, um die Differenzen zu besprechen", appellierte Trumps Außenminister an die Vernunft aller Beteiligten. In dem Golf-Emirat befindet sich die größte US-Militärbasis im Nahen Osten. Schließlich ist Katar an sich ein Verbündeter, 10.000 US-Soldaten sind dort stationiert.

Gegen jeden, der Sympathie oder irgendeine Form von Vorliebe für Katar zeige, werde hart vorgegangen, zitierte die Zeitung Staatsanwalt Hamad Saif al-Schamsi. Sie forderten Bürger Katars binnen 14 Tagen zur Ausreise auf. Der Konflikt könne nur gelöst werden, wenn sich die provozierende und schädigende Politik Katars ändere. Ölanleger fürchten nach Experten-Einschätzung, dass die Spannungen die Bemühungen des Förderkartells Opec untergraben, die Produktionsmenge zu begrenzen und das weltweite Überangebot einzudämmen.

Irans Außenminister Mohammad Dschawad Sarif erklärte zum Auftakt seines Türkei-Besuchs, die besorgniserregenden Entwicklungen in der Golf-Region müssten besprochen werden.

Saudi-Arabien verschärfte derweil den Ton gegen das Emirat. Das Emirat hält auch Anteile am Volkswagen-Konzern. "Sie gefährdet nur die gemeinsamen regionalen Interessen". Gabriel trifft am Mittwoch seinen saudiarabischen Kollegen in Berlin.

Direkt nach dem verkündeten Boykott bildeten sich in den Geschäften Katars lange Schlangen, weil die Bevölkerung Hamsterkäufe tätigte.

Saudi-Arabien und Bahrain stoppten auch den Luftverkehr mit Katar.

Die Türkei werde ihre Verbindungen zu Katar weiter entwickeln, "so wie bei allen Freunden, die uns in den schwierigsten Momenten unterstützt haben", fügte Erdogan hinzu - eine Anspielung auf den gescheiterten Putschversuch in seinem Land im Juli vergangenen Jahres. Auch damals übernahm Kuwait eine Vermittlerrolle.

Wie er die Vorwürfe der anderen Länder gegen Katar bewertet und wie sich der diplomatische Streit zwischen den Golfstaaten auch wirtschaftlich auswirken kann, hat detektor.fm-Moderator Chrsitian Eichler mit Sebastian Sons besprochen.


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