Viel mehr Tote nach Londoner Hochhausbrand als befürchtet

In dem Hochhaus mit 120 Wohnungen, einem Projekt des sozialen Wohnungsbaus, lebten bis zu 600 Menschen. Die genaue Brandursache ist weiter unklar. Die erneut gestiegene Zahl teilte Stuart Cundy von Scotland Yard mit.

Seit dem Nachmittag können Feuerwehr und Polizei das ausgebrannte Hochhaus wieder betreten - und damit beginnen, die Opfer zu bergen.

Bei wütenden Protesten in der britischen Hauptstadt am Freitag und Samstag hatten Demonstranten den Rücktritt Mays gefordert.

In der Londoner Innenstadt ist in der Nacht zu Mittwoch ein Großfeuer in einem Hochhaus ausgebrochen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden wurden 17 Verletzte am Montag noch im Krankenhaus behandelt, neun von ihnen schwebten weiterhin in Lebensgefahr. Die Tragödie sei eine "Folge von Fehlern und Nachlässigkeiten" der politisch Verantwortlichen, sagte der Labour-Politiker dem Sender BBC. Augenzeugen berichten von dramatischen Rettungsversuchen: Verzweifelte Eltern haben ihre Kinder aus dem Fenster geworfen, darunter auch ein Baby.

Die Queen und ihr Enkel Prinz William besuchten derweil eine Notunterkunft in einem Fitness-Center in der Nähe des Brandorts. Schon am Donnerstag hatte die Monarchin den Mut der Feuerwehrleute und die "unglaubliche Großzügigkeit" der freiwilligen Helfer gewürdigt.

Man müsse leider davon ausgehen, dass 58 Bewohner oder Besucher des Grenfell Tower gestorben sind. Die Briten seien "geeint in unserem Schmerz, aber wird sind es auch - ohne Angst oder Unterscheidung - in der Unterstützung für all diejenigen, die ihr Leben wieder aufbauen", erklärte die Queen, die der Opfer des Hochhausbrandes mit einer Schweigeminute gedachte. In London mangelte es offenbar an ganz grundsätzlichen Vorkehrungen. Die Menschen hätten den Eindruck, dass ihnen nicht genügend geholfen worden sei nach der Katastrophe und dass sie keine Antworten auf die ihre dringendsten Fragen bekämen. Viele Hochhäuser aus den 60er und 70er Jahren entsprächen nicht mehr den heutigen Sicherheitsstandards, so das Londoner Stadtoberhaupt. Das Gebäude wurde 1974 erbaut und von 2014 bis 2016 für 8,6 Millionen Pfund (knapp 10 Millionen Euro) renoviert. Die nicht von den Sanierungsarbeiten betroffenen Mieter blieben in dieser Zeit im Haus wohnen. Es wird im Auftrag des Bezirks verwaltet.


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