Zahl der Toten bei Waldbrand in Portugal steigt auf 64

Viele der Opfer verbrannten in ihren Autos bis zur Unkenntlichkeit, mehrere Dörfer wurden von den Flammen in Mitleidenschaft gezogen, Dutzende Häuser wurden zerstört.

Rund 700 Feuerwehrmänner waren im Einsatz um die Brände einzudämmen, die in der Gegend um die Kleinstadt Pedrógão Grande wüteten. Der Brand brach rund 200 Kilometer von der Hauptstadt Lissabon entfernt auf. Die Feuerwehr kam tatsächlich vielerorts zu spät, zum Teil, weil sie einfach nicht durchkam.

Der portugiesische Ministerpräsident Antonio Costa sprach von der größten Tragödie seit Jahren. Es wurde aber noch mit einem Anstieg der Opferzahlen gerechnet.

Angesichts des verheerenden Waldbrands hat die Europäische Union Portugal Hilfe zugesagt.

Löschflugzeuge sind über dem Waldbrandgebiet in Zentralportugal pausenlos im Einsatz.

Mindestens 59 Menschen wurden zudem verletzt, fünf von ihnen schweben in Lebensgefahr. Wie gross die betroffene Fläche ist, blieb zunächst unklar. An zwei von vier Fronten sei das Feuer mittlerweile unter Kontrolle, hieß es aus dem Innenministerium.

Ein Mann beobachtet in Avelar einen Waldbrand auf einem Hügel nahe der Stadt. Trockenheit, Temperaturen von mehr als 30 Grad und starke Winde behinderten den Angaben zufolge die Löscharbeiten.

Bei dem verheerenden Waldbrand im Zentrum von Portugal sind viele Menschen gestorben.

Die portugiesische Regierung rief eine dreitägige Staatstrauer aus.

Mit einer Schweigeminute vor der Confed-Cup-Partie gegen Mexiko will Portugals Fußball-Nationalteam der zahlreichen Todesopfer bei den Waldbränden in der Heimat des Europameisters gedenken. Beim Fußball-Weltverband hatte das Team von Cristiano Ronaldo & Co. beantragt, beim ersten Spiel am Sonntag im russischen Kasan einen Trauerflor tragen zu dürfen.

Die Flammen hinterließen auch in den Kreisen Figueiró dos Vinhos und Castanheira de Pera eine Spur der Zerstörung. Das Leiden stand den Betroffenen der Region ins Gesicht geschrieben.

Wer überlebt hat, steht nun vor dem Ruin: Eine Frau sagte im TV-Sender RTP: "Wir haben alles verloren, unser Haus, unsere Tiere, alles". "Das ist ein echtes Inferno, so etwas haben wir noch nie gesehen", sagte Bürgermeister Alves. Es gebe einige Dörfer, die "von den Flammen völlig eingekesselt" seien.

Nach Angaben des Innenministeriums waren 16 der später tot geborgenen Menschen mit ihren Fahrzeugen unterwegs, als die Flammen sie plötzlich einschlossen. Auf Bildern waren ausgebrannte Autos, brennende Bäume und Häuser zu sehen. Als mögliche Ursache der Feuersbrunst vermutete die Regierung Blitzeinschläge infolge von Trockengewittern.

Augenzeugen berichten, dass anfangs viel zu wenig Feuerwehrleute der Feuerwalze hilflos gegenüberstanden. Bürgermeister Alves sagte, er sei überzeugt, dass es sich um Brandstiftung handele. "Es ist eine Zeit des Schmerzes, aber auch (.) eine Zeit, um mit dem Kampf (gegen die Flammen) weiterzumachen", sagte der Staatschef. Auf Bitte Portugals würden Löschflugzeuge organisiert. Zusätzlich helfe Spanien ebenfalls mit Flugzeugen. Auch die Bundesregierung bot Portugal Hilfe an, wie Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter schrieb.


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