A. Zverev fordert in Halle Federer

Der Schweizer setzte sich bei den Gerry Weber Open am Freitag ohne Mühe mit 6:3,6:4 gegen den deutschen Titelverteidiger Florian Mayer durch und steht zum 13. Im Final schlug er den deutschen Youngster Alexander Zverev (ATP 12) nach glänzender Vorstellung 6:1, 6:3.

Am Samstagabend, bei der traditionellen "Fashion Night" der Gerry Weber Open, hatte sich Alexander Zverev noch ein kleines Scherzchen auf Kosten Roger Federers erlaubt: Es sei doch unglaublich, hatte der 20-jährige Hamburger vor 1600 Partygästen in Richtung des Maestro gesagt, "was du in deinem Alter noch alles leistest".

"Es war ein fantastisches Match", sagte Zverev und richtete seinen Blick nach vorne: "Roger ist der beste Spieler aller Zeiten auf diesem Belag. Ihm gehört die Zukunft, er ist ein toller Typ", sagte Federer.

Gegen den zweimaligen Wimbledon-Halbfinalisten Gasquet schien Zverev zunächst noch der Dreisatzsieg gegen den Spanier Roberto Bautista Agut im Viertelfinale am Freitag in den Knochen zu stecken. Während der Schweizer in seiner "Wohlfühloase" den neunten Titel feierte, muss Zverev eine herbe Finalpleite verdauen. "Du hättest aber auch etwas netter sein können". Die Stuttgart-Auftaktpleite gegen Tommy Haas im Nacken, sah sich Federer unter Druck gesetzt zu einer Topleistung: "Ich brauchte unbedingt Siege und Selbstvertrauen". Nach 1:52 Stunden machte er unter dem Jubel der Zuschauer den Finaleinzug perfekt. Zweimal - und damit einmal mehr als in seinen drei vorangegangen Spielen - liess sich der 35-jährige Baselbieter den Aufschlag abnehmen. "Ich habe mich gut gefühlt und nie nachgelassen", sagte Federer. Anschließend unterlag Zverev auch mit seinem Bruder Mischa (29) im Doppelfinale. Die erste Gelegenheit bot sich Zverev beim Stand von 4:3, den bis dato einzigen Breakball der Partie konnte er aber noch nicht nutzen. Doch der Russe gab nicht auf und nahm Federer sofort ebenfalls das Service ab. So blieb der Publikumsliebling auch nach dem vierten Spiel im Turnierverlauf ohne Satzverlust und sparte dank einiger Fehler seines Gegners Kraft für das Endspiel. In den Direktvergleichen mit dem als künftige Nummer 1 gehandelten Zverev legte Federer auf 2:1 vor.

Noch hat Zverev, der in diesem Jahr bereits vier Turniere - darunter das Masters in Rom gewonnen hat - nicht einmal die erste Woche bei einem der vier Majors überstanden. Der 35-jährige Schweizer erreichte am Samstag zum elften Mal in seiner Karriere das Finale des Rasenturniers in Halle.

Den zweiten Satz konnte Zverev ein wenig ausgeglichener gestalten. Die vergangenen zwölf Monate hatte er auf sein großes Ziel ausgerichtet: den achten Titel in Wimbledon.


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