Final-Quickie in Halle | Federer führt Zverev vor

Der Baselbieter gewann zum 9. Er tritt als Nummer 5 der Weltrangliste an, dank dem Finalsieg in Halle aber als Nummer 3 der Setzliste. Das dritte Break brachte Federer das 6:1.

Eine Woche vor Beginn des prestigeträchtigsten Turniers des Jahres setzte Federer im Generationenduell ein dickes Ausrufezeichen. Im vergangenen Jahr hatte Zverev sein Idol im Halbfinale von Halle bezwungen. Es ist immer eine Freude, gegen Dich zu spielen. Noch, wendet Federer ein, sei Zverev jedoch in der "Transformation vom Bub zum Mann", er warnt davor dem Jungstar zu hohe Erwartungen aufzubürden.

"Ich spielte unglaublich gut".

Federer ist mit Blick auf seinen Saisonhöhepunkt in Wimbledon damit weiter voll auf Kurs.

"Es war alles etwas ungewiss, weil ich ihn nicht so gut kenne", sagte Federer nach der Partie. Bereits am ersten Wochenende wurden über 34.000 Zuschauer bei der schauinsland-reisen Champions Trophy begrüßt, die Showmatches ehemaliger und jetziger Champions bot. Um beim Rasen-Klassiker in London zum achten Mal zu gewinnen, hatte Federer extra auf die Sandplatz-Saison verzichtet und auch für die French Open abgesagt. Und dies, obwohl er auf die Teilnahme an sämtlichen Sandplatzevents verzichtete, eine zehnwöchige Pause einlegte. Ob das deutsche Top-Talent in den Matches zuvor zu viel Kraft ließ?

Für die Buchmacher ist der 35-jährige Baselbieter nun definitiv der Favorit in Wimbledon. "Ich habe mich von Anfang an gut gefühlt und dann nie nachgelassen". Federer und Zverev liefern sich einen immer offeneren Schlagabtausch, der Youngster wirft jetzt alles rein, doch Federer hat fast immer eine Antwort parat. Der 20-Jährige aus Hamburg unterlag an der Seite seines Bruders Mischa (29) dem Weltklasse-Duo Marcelo Melo/Lukasz Kubot (Brasilien/Polen) 7:5, 3:6 und 8:10 im Match-Tiebreak.

Die Probleme beim Return und mit der Rückhand, welche er in den letzten beiden Wochen in Stuttgart und Halle hie und da bekundet hatte, schüttelte er quasi über Nacht ab. Der Franzose gewann gegen den niederländischen Dominic-Thiem-Bezwinger Robin Haase mit 6:1,3:6,6:1. Federer demonstrierte eindrucksvoll seine Klasse und revanchierte sich durch den Triumph für die Niederlage im Halbfinale an gleicher Stelle vor einem Jahr: "Irgendwie ist heute alles geglückt", sagte Federer mit einem Grinsen im Gesicht, "das war bei weitem das beste Spiel bei diesem Turnier".

Am Ende der Lehrstunde blieben Alexander Zverev nur Trost und warme Worte des größten Rasenspielers der Tennis-Geschichte.


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