Halle: Federer steht im Halbfinale

Auch Mayer wehrte sich vor mehr als 10.000 Zuschauern nach Kräften, kam gegen Federer (35) jedoch nur selten dazu, sein variables Spiel aufzuziehen. Nach soliden 70 Minuten und dem vermeintlich entscheidenden Break zum 5:4 im zweiten Satz wackelte er plötzlich und musste zwei Satzbälle abwehren, ehe er sich im Tiebreak nach 85 Minuten 7:5 durchsetzte. "Ich habe mich gut gefühlt und nie nachgelassen", sagte Federer nach seiner perfekten Performance. Zverev gab sichtlich alles, doch gegen einen Federer in dieser Form ist kein Kraut gewachsen.

Lediglich drei mickrige Pünktchen gelangen ihm im ersten Satz beim Aufschlag des Schweizers. Beim Moskauer mit dem extremen Vorhandgriff schlichen sich ein paar unerzwungene Fehler zu viel ein, vor allem mit der Vorhand. Federer spielte jedoch erneut seine Übersicht aus (3:2), brachte Zverev mit seinem nächsten Stoppball zur Verzweiflung und sicherte sich mit dem nächsten Break das 4:2, auch weil der Deutsche im spektakulärsten Ballwechsel des Spiels am Netz gescheitert war.

Für Federer ist es der 140. "Eine Oase zum Wohlfühlen", sagt der achtmalige Sieger von Deutschlands bedeutendstem ATP-Tennisevent, der bei der Jubiläumsfeier zum 25. Geburtstag wieder in HalleWestfalen aufschlägt. Er wäre dann alleiniger Rekordsieger vor Pete Sampras in der Open Era seit 1968, es ist eines der letzten Ziele einer der größten Karrieren des Sports. Seine Finalniederlagen kassierte er 2010 gegen Lleyton Hewitt und 2012 gegen Tommy Haas. "Zusammen mit meinem Bruder hier im Finale zu stehen, das ist etwas ganz Besonderes", sagte der jüngere der beiden Zverev-Brüder. Gerry Weber Open, eine knappe Stunde, in der Zverev beim 1:6, 3:6 seine Grenzen aufgezeigt bekam. Federer bietet sich damit die Gelegenheit zur Revanche.

Noch hat Zverev, der in diesem Jahr bereits drei Turniere - darunter das Masters in Rom gewonnen hat - nicht einmal die erste Woche bei einem der vier Majors überstanden.

Halle. ATP-Turnier (1'836'660 Euro/Rasen). Dort steht auch Roger Federer. Alexander Zverev zählt dazu, zumindest wenn man das inoffizielle Tennis-Match beim Hopman Cup in Perth zu Beginn des Jahres dazu zählt. Richard Gasquet (FRA) 4:6, 6:4, 6:3.

Die Veranstalter in Halle wollen Zverev mittelfristig zum Nachfolger von Federer aufbauen, sogar ein Vertrag auf Lebenszeit, wie ihn der Grand-Slam-Rekordchampion besitzt, ist im Gespräch. Nach 1:12 schaffte er den Satzausgleich.

Birmingham (ENG). WTA-Turnier (885'040 Dollar/Rasen). Im Halbfinale profitierte die Tschechin beim Stand von 6:1,1:0 von einer Aufgabe ihrer Landsfrau Lucie Safarova wegen einer Beinverletzung. - Final am Sonntag: Kvitova (7) - Barty. Im Endspiel trifft sie auf die an Position zwei gesetzte Lettin Anastasija Sevastova, die Titelverteidigerin Caroline Garcia (Frankreich) 6:4, 6:2 bezwang. Julia Görges (GER) s. Catherine Bellis (USA) 6:1, 6:1.


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