Totenmesse für Altkanzler Helmut Kohl in Berlin

Beim Gottesdienst in der katholischen St. Hedwigs-Kathedrale würdigte Unionsfraktionschef Kauder Kohl als großen Europäer und deutschen Patrioten.

Bei einem Gedenkgottesdienst für den verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl (CDU) hat der katholische Prälat Karl Jüsten der zerstrittenen Familie Kohl Versöhnung gewünscht.

"Das ist keine Ersatztrauerfeier für Straßburg oder Speyer, sondern im besten Fall eine Ergänzung", sagte eine Fraktionssprecherin. "Die Vorstellung, dass der Repräsentant der Bundesrepublik Deutschland, unser Präsident Frank-Walter Steinmeier, nicht an einem solchen Gedenken teilnehmen kann oder soll, erschließt sich mir überhaupt nicht". Die Verwandten von Helmut Kohl hätten ein unterschiedliches Bild vom Altkanzler. "Wir wünschen ihnen allen, dass sie untereinander Versöhnung und Frieden erfahren", sagte Jüsten am Dienstag laut Redetext bei der Totenmesse für Kohl in der Berliner Hedwigskathedrale. Die vielleicht größte Vision Kohls und seiner Generation sei ein Europa ohne Grenzen und in Frieden gewesen. Patriot zu sein bedeute in heutiger Zeit, Europäer zu sein, sagte Kauder. Das ehemals geteilte Erzbistum Berlin wisse, was es dem Europäer und Katholiken Kohl zu verdanken habe.

Hochrangige Trauergemeinde bei der Totenmesse für Helmut Kohl. Diese Leistung gelte es zu bewahren.

Die Totenmesse war von der Unionsfraktion initiiert worden. Er reagierte damit nach eigenen Angaben auf das Bedürfnis vieler Abgeordneter, auch in der Hauptstadt Berlin von Kohl Abschied nehmen zu können. Die Vorbereitungen werden allerdings von Streitigkeiten zwischen seiner Witwe und seinem Sohn überschattet.

Kohl, der 16 Jahre Kanzler und 25 Jahre CDU-Vorsitzender war, war am 16. Juni mit 87 Jahren gestorben. Für den CDU-Politiker, der von 1982 bis 1998 Bundeskanzler war und die deutsche Einheit vorantrieb, wird es am Samstag erstmals einen europäischen Trauerakt im Europäischen Parlament Straßburg geben. Später soll der Altkanzler in Speyer beigesetzt werden. Ihr Verhältnis gilt seit langem als angespannt.


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