Abadi: Mossul vollständig vom IS befreit

Die irakischen Regierungstruppen haben Mossul vollständig von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zurückerobert, wie ein Sprecher von Premierminister Haidar al Abadi mitteilte.

Eine offizielle Erklärung, dass Mossul befreit sei, gab er aber noch nicht ab.

Al-Abadi war bereits am Sonntag in Mossul eingetroffen und hatte den Soldaten gratuliert. Dennoch gingen die Kämpfe gegen die Jihadisten noch weiter. Armeekommandeur Sami al-Aridhi berichtete "schweren" Gefechten mit den letzten verbliebenen IS-Kämpfern.

Mossul diente dem Daesh als faktische Hauptstadt im Irak. Die Extremisten hatten die frühere Millionenstadt im Norden des Landes vor rund drei Jahren überrannt. Auch missbrauchten die Dschihadisten Bewohner als menschliche Schutzschilde und positionierten Stellungen auf Gebäuden, in denen sie Zivilisten zusammengetrieben hatten. Die irakischen Streitkräfte und das von den USA angeführte Militärbündnis bombardierten die Stellungen der Extremisten ohne Unterlass, Menschenrechtler beklagten, dass sie dabei viel zu wenig Rücksicht auf die in der Altstadt lebenden Menschen genommen hätten.

Soldaten tanzten am Sonntag auf ihren Panzern und feierten schon die Befreiung Mossuls, während nur einige hundert Meter weiter noch Raketen einschlugen und Gewehrfeuer zu hören war. Laut irakischer Armee kontrolliert der IS aber nur noch knapp einen Quadratkilometer in der Altstadt.

Global sei der IS weiter eine Bedrohung.

Einen Tag nach der von der irakischen Regierung verkündeten Rückeroberung von Mossul haben sich Dschihadistenkämpfer und Regierungsarmee am Montag zunächst weiter erbitterte Gefechte geliefert.

In der Großstadt im Irak sind die Gotteskrieger des Islamischen Staats (IS) besiegt - sie könnten aber anderswo wieder auftauchen. Von den Häuserkämpfen der vergangenen Tagen und Wochen zeugte Leichengeruch in den Straßen. Im Osten der Stadt kamen die Truppen relativ schnell voran und erklärten ihn Ende Januar 2017 für befreit. Hier hatte sich IS-Chef Abu Bakr Al-Bagdadi 2014 das erste Mal öffentlich gezeigt. Es sei ein Sieg über die Dunkelheit und den Terrorismus. Sie hätten während der Kämpfe in Mossul ausgeharrt, auch weil die Flucht für sie zu gefährlich gewesen sei. Die humanitäre Krise sei noch nicht vorbei, sagte die UN-Koordinatorin für humanitäre Fragen im Irak, Lise Grande.

Wann das zum Teil heftig zerstörte Stadtzentrum Westmossuls wieder bewohnbar ist, ist nach Angaben des Norwegischen Flüchtlingsrates (NRC) ungewiss. Ganze Viertel gleichen Trümmerwüsten, in denen auf absehbare Zeit kaum ein Mensch leben kann. Nun haben sie die letzte große Hochburg im Irak verloren - und die größte Stadt, die sie jemals unter Kontrolle hatten.

Mosul ist die letzte große Hochburg des IS im Irak. Zudem ist die Miliz noch immer in der Lage zu Attentaten.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sprach von einer "entscheidenden Etappe" im Kampf gegen den IS, Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) von einem "wichtigen Zwischenschritt".


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