Mainz trauert um verstorbenen Peter Härtling

Köln/Rüsselsheim. Peter Härtling hat sich mit seinem Werk ins Herz von Kindern und Erwachsenen geschrieben - und sich sein eigenes Kämpferherz bis zuletzt bewahrt. In seinem letzten Buch für Kinder und Jugendliche, "Djadi, Flüchtlingsjunge" von 2016, setzt sich Härtling mit dem Anderssein und Freundschaft auseinander - und verarbeitete einen Teil seiner eigenen Biografie.

Er starb im Alter von 83 Jahren.

In den vergangenen Jahrzehnten veröffentlichte Peter Härtling zahlreiche Schriften, Kinderbücher und Romane. Für ihn bedeutete dies die Auseinandersetzung mit der Geschichte und politischen Vergangenheit. Über Österreich kam die Familie 1946 ins schwäbische Nürtingen.

Härtling arbeitete zunächst als Journalist, ehe er 1967 Cheflektor im Frankfurter S.Fischer Verlag wurde. 1974 ließ er sich als freier Schriftsteller nieder.

Seinen Ruf als Romanbiograf großer Künstler erwarb er mit dem 1976 erschienenen Buch "Hölderlin".

Das Schreiben hat Härtling schon sein ganzes Leben begleitet. Auch mit vielen Gedichtbänden wurde er bekannt. Mit mehr als 25 Kinder- und Jugendbüchern sowie rund 30 Romanbiografien und anderen Prosastücken hat er sich eine gewaltige Lesergemeinde erschlossen, die alle Generationen erfasst. Ben hatte sich in das polnische Aussiedlermädchen Anna verliebt, das schließlich mit seinen Eltern wegziehen musste. "Das war der Hirbel" erzählt von einem geistig behinderten Heimkind und der damit verbundenen gesellschaftlichen Ausgrenzung. Härtling erhielt für sein Werk viele Auszeichnungen, darunter den Deutschen Jugendliteraturpreis, den Hölderlin-Ring und den Hessischen Kulturpreis.

"Mit Peter Härtling verlieren wir eine herausragende Persönlichkeit und einen äußerst wirkkräftigen Schriftsteller", sagte Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Juli 2017 um 14:00 Uhr.


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