Pressefreiheit auf G20: Journalisten angegriffen und Akkreditierung entzogen

Insgesamt waren rund 4.800 Journalisten aus aller Welt für den G20-Gipfel am Freitag und Samstag in Hamburg akkreditiert. Das BKA habe verschiedenen Fotografen und Reportern den Zugang zum internationalen G20-Medienzentrum verweigert und ihnen ihre Pressezulassung entzogen.

Der Fotograf Björn Kietzmann sieht das ein bisschen anders.

In allen Fällen sei zur Begründung gesagt worden, es gebe "sicherheitsrelevante Erkenntnisse".

Die führende Lokalzeitung im Raum Bremen will jetzt anwaltlich gegen den Ausschluss vorgehen und bezeichnet den Vorgang als "unzulässige Beeinflussung der freien Pressearbeit". Bislang seien der Gewerkschaft acht Journalisten bekannt, denen die Akkreditierung entzogen worden sei. Auch Heygster erhielt keine Begründung. "Wir haben die Juristen in Marsch gesetzt", sagte Bundesgeschäftsführerin Cornelia Haß am Montag in Berlin dem Evangelischen Pressedienst (epd). Ihr dränge sich der Eindruck auf, "dass unliebsame Berichterstattung unterbunden werden soll. Das ist ein Vorgang, der gegen demokratische Prinzipien verstößt, wir haben daher für unsere Mitglieder Widerspruch bei den Behörden eingelegt", erklärte sie. Der Verbandschef hat sich am Montag eine Stellungnahme von BKA-Präsident Holger Münch erbeten. Darin fragt er unter anderem: "Wurden die Polizisten von den Einsatzleitern auf die besondere Rolle der Medien hingewiesen?" So heißt es etwa: "Was ist unter 'Sicherheitsbedenken' zu verstehen?" Anfragen beim BKA und bei Seiberts Amt blieben ohne Antwort. Es sei klar, so der DJV-Vorsitzende, dass es sich um Einzelfälle und nicht um ein systematisches Vorgehen der Polizeikräfte gehandelt habe. Nicht nur die betroffenen Kollegen hätten ein Anrecht auf Transparenz, sondern wegen der großen Bedeutung des Gipfels die gesamte Öffentlichkeit.

Der DJV erklärte indes, mehrere Journalisten hätten von physischer Gewalt durch Polizeibeamte berichtet. So sagte zum Beispiel ein Polizist zu der Journalistin Wiebke Harms vom Frauenmagazin F-Mag: "Der Scheiß ist nichts wert".


Beliebt

VERBINDEN