Flughafenchef lehnt Weiterbetrieb von Tegel ab

Alexander Dobrindt (CSU) hatte am Freitag für Überraschung gesorgt.

Potsdam. In der Debatte um die Zukunft des Flughafens Tegel hat Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup eine Offenhaltung abgelehnt. Brandenburgs Vize-Ministerpräsident Christian Görke von der Linkspartei sagte im BER-Sonderausschuss des Landtags, er halte den parallelen Betrieb zweier Flughäfen weder für wirtschaftlich sinnvoll noch für notwendig. Doch in der Bundesregierung hat der Minister offenbar keine Rückendeckung für diesen Vorstoß. "Die bestehende Rechtslage gilt unverändert", teilte eine Regierungssprecherin am Montagabend auf Anfrage mit. Bei der Äußerung von Dobrindt handele es sich um einen persönlichen Debattenbeitrag des Ministers, so der Sprecher.

Im Konsensbeschluss von 1996 hatten Berlin, Brandenburg und der Bund festgelegt, dass der Flughafen Tegel nach der Eröffnung des Großflughafens BER geschlossen werden muss. Auch deshalb kann man über die Offenhaltung des Flughafens Tegel nachdenken.

Die Kapazitäten des Flughafens BER würden mittelfristig für Berlin nicht ausreichen, heißt es in einer Pressemitteilung seines Hauses. Beide sitzen für den Bund im Aufsichtsrat und wurden in der Sitzung überrascht. Die Projektpartner Berlin und Brandenburg waren nach eigenen Angaben vorab nicht informiert.

So setzte es viel Kritik für den Verkehrsminister. "Bei einem so ernsthaften Thema erwarten wir Verlässlichkeit von den Gesellschaftern", sagte Senatssprecherin Claudia Sünder.

Air Berlin würde im Falle eines Weiterbetriebs in Tegel bleiben wollen. Der Potsdamer Regierungssprecher Florian Engels sagte: "Partnerschaft sieht anders aus". Der Linken-Fraktionsvorsitzende Udo Wolf (54): "Dobrindts Position ist billig, vor allem für ihn selbst". Sebastian Czaja (34, FDP): "Damit ist Dobrindt dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller einen Schritt voraus".


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