Staatsanwälte ermitteln im Abgasskandal auch bei Porsche

Wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart mitteilte, hat sie ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannte Mitarbeiter der Porsche AG und eines US-amerikanischen Tochterunternehmens der Sportwagenschmiede eingeleitet.

Die Diesel-Affäre des Volkswagen-Konzerns hat endgültig den Sportwagenhersteller Porsche erreicht.

Der Autobauer bezieht seine Dieselantriebe von der VW-Tochter Audi. Es bestehe wegen einer möglichen Manipulation der Abgasnachbehandlung an Diesel-Pkw von Porsche der Anfangsverdacht des Betrugs und der strafbaren Werbung.

Nähere Angaben machte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht. Porsche baut selbst keine Dieselmotoren, sondern kauft sie von der VW-Tochter Audi zu, wie ein Porsche-Sprecher in Stuttgart sagte. Diesel-Autos seien nicht das Kerngeschäft. Porsche verkaufte in den USA und in Kanada 13 000 Fahrzeuge des Modells Cayenne mit dem Audi-Dieselmotor. Vergangene Woche war ein Audi-Manager auf Antrag der Staatsanwaltschaft München II festgenommen worden. Es werde der Vorwurf des Betrugs und der strafbaren Werbung geprüft. Laut Medienberichten ist der Festgenommene ein Motorenentwickler namens Giovanni P., der Mitarbeiter zum Einsatz von Schummel-Software angewiesen habe.

"Mein Mandant sagt aus", sagte sein Anwalt Walter Lechner der Süddeutschen Zeitung. "Unabhängig von der jetzigen Entscheidung der Staatsanwaltschaft hat Porsche schon zuvor das Gespräch mit der Staatsanwaltschaft Stuttgart gesucht und gefunden, steht mit ihr im Austausch und unterstützt die Ermittlungen in jeder Hinsicht". Der Mutterkonzern Volkswagen wollte sich auf Anfrage zu dem Sachverhalt nicht äußern. Auch Modelle von Audi und Porsche waren betroffen. In Deutschland ist außerdem der kleinere Porsche-Geländewagen Macan Teil eines "freiwilligen" Rückrufs von 630.000 Fahrzeugen verschiedener Marken, bei denen amtliche Zweifel an der Abgastechnik bestehen - aber nicht der Vorwurf einer illegalen Einrichtung erhoben wird. Die Braunschweiger Staatsanwälte haben in dem seit Ende 2015 laufenden Ermittlungsverfahren noch 36 weitere Personen auf dem Radar.


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