Zahl verletzter Polizisten bei G20-Krawallen offenbar niedriger als angenommen

Es war eine Zahl, die die Schwere der Ausschreitungen illustrieren sollte: Offiziell 476 Polizisten seien während des G20-Gipfels in Hamburg verletzt worden, teilte die Polizei bei einer Pressekonferenz mit. Die Zahlen der Hamburger Polizei müssen also im Kontext gesehen werden, zumal noch unklar ist, welcher Beamte sich wann genau und wie schwer verletzte.

Zuvor hatte "Buzzfeed" über die Zahlen berichtet und sich dabei auf eine Umfrage bei den Polizeibehörden der Länder, der Bundespolizei sowie einzelnen Länder-Innenministerien berufen. Polizeisprecher Vehren erklärte, in der Verletztenstatistik enthalten seien auch einsatzbedingte Ausfälle wie Dehydration, Kreislaufprobleme und weitere Erkrankungen. Auch die hohen Temperaturen während des Einsatzes hätten den Beamten zugesetzt und für Ausfälle gesorgt, die sich in der Statistik niedergeschlagen hätten.

Die Hamburger Grünen kritisierten die Aussage des Ersten Bürgermeisters Scholz, es habe keine Polizeigewalt gegeben. Nur 21 der Beamten seien so schwer verletzt gewesen, dass sie auch am Folgetag nicht hätten arbeiten können, so Buzzfeed. Die Auswertung des größten Polizeieinsatzes in der Geschichte der Hansestadt sei noch nicht abgeschlossen, hieß es.


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