Deutsches Gericht macht Weg für großes Neonazi-Konzert frei

Rund 1000 Polizisten aus Thüringen und mehreren Bundesländern waren im Einsatz. Strafanzeigen gab es aber auch wegen Körperverletzung, Bedrohung, Beleidigung, Sachbeschädigung und wegen Verstössen gegen das Waffen- und Betäubungsmittelgesetz. Der Zulauf zu den Gegenprotesten war entgegen der Erwartungen verhalten. Laut Polizeiangaben wurden sechs Personen vorläufig festgenommen und neun Gegenstände, darunter Betäubungsmittel und anderweitig verbotene Materialien konfisziert.

"Der Gemeinde Themar, die sich tapfer gegen das Neonazi-Festival gewehrt hatte, wurde es rechtlich unmöglich gemacht, das Konzert zu verbieten", so Schuster weiter. Auf der Wiese war ein riesiges Zelt aufgebaut, das laut Polizei Tausende Menschen fassen kann. Die Besucher des Rechtsrock-Konzerts wurden vor Eintritt in das Veranstaltungsgelände von der Polizei durchsucht. Aus Sicht der Polizei war der Einsatz ein voller Erfolg. Man könne "ganz schön traurig und hilflos werden", wenn man sieht, wie 6000 aus ganz Europa angereiste Konzertbesucher wie am Wochenende im südthüringischen Themar "getarnt als Demonstration "ein großes Festival abhalten, erklärte er im MDR". "Das Konzept der Polizei ist hervorragend aufgegangen, die Polizei hatte die Lage jederzeit im Griff", hatte er am Sonntag erklärt. In der Kleinstadt, die mit bunten Plakaten und Transparenten für ein friedliches Miteinander warb, war es trotz kleineren Protesten und einem von vielen Einwohnern getragenen Bürgerfest auffallend ruhig. Themar liegt etwa 15 Autominuten entfernt von Meiningen und nahe der bayerischen Grenze. Statt wie angekündigt 2000 Menschen, versammelten sich am Samstag dann aber bloss einige Hundert, um im Rahmen eines "Bürgerfestes" und verschiedener kleinerer Versammlungen ein Zeichen zu setzen. Allein in Themar haben Neonazis für den Juli drei Konzerte angemeldet. Eine klare politische Position von Bürgern, Kirchen, Vereinen und Verbänden sei von vornherein da gewesen. "Sie haben nicht darüber debattiert, ob sie protestieren, sondern nur, wie sie es machen", sagte sie. Laut Hoffmann ist eine abschließende Entscheidung darüber noch nicht gefallen. "Ich will Konzerte von ›Demonstration‹ abgrenzen können". Das Amtsgericht Hildburghausen hat die einstweiligen Verfügungen gegen die für Samstag angemeldete Veranstaltung im thüringischen Themar abgewiesen, wie eine Sprecherin am Freitag sagte.


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