Hurghada: Zwei deutsche Touristinnen am Strand erstochen

Für zwei Frauen aus Deutschland kam jede Hilfe zu spät. "Unglaublich. Unfassbar", äußerte sich die Bürgermeister von Münstedt, Dieter Böker (CDU).

"Die Nachricht von dem heimtückischen Messerattentat im ägyptischen Badeort Hurghada, dem am gestrigen Freitag zwei Frauen aus Niedersachsen zum Opfer gefallen sind, macht mich sehr betroffen", sagte dazu Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) nach Angaben eines Sprechers der Staatskanzlei. Er selbst sei mit den Opfern persönlich bekannt gewesen. Und zumindest das erste Hotel, in dem er um sich stach, scheint er durch den Haupteingang betreten zu haben: B. kaufte für 100 ägyptische Pfund (4,85 Euro) eine Zutrittskarte zum Strand, die bei Hotels in ägyptischen Ferienorten eigentlich obligatorische Sicherheitskontrolle passierte er, ohne dass sein Messer entdeckt wurde.

Handelte Angreifer im Auftrag des IS?

Ein Unbekannter hat in einem Hotel im ägyptischen Badeort Hurghada am Roten Meer Touristen mit einem Messer angegriffen.

Der 28-Jährige ist in Haft.

ARD-Korrespondent Stefan Maier berichtete im Nachtmagazin, dass der Angreifer vier weitere Frauen bei seinem Angriff verletzt habe.

Kairo - Ein Angreifer hat in einem ägyptischen Badeort Touristen mit dem Messer attackiert und dabei mindestens zwei Menschen getötet und mehrere verletzt.

Der Täter habe mit den Extremisten über das Internet in Kontakt gestanden und von ihnen den Auftrag erhalten, Ausländer anzugreifen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Samstag. Er offenbare die Ideologie des IS, so die Zeitung unter Berufung auf informierte Kreise. Bislang hat sich auch noch niemand zu der Tat bekannt.

Das Auswärtige Amt erklärte: "Nach allem, was wir wissen, sollte die Tat ausländische Touristen treffen - ein besonders hinterhältiger und verbrecherischer Akt, der uns traurig, bestürzt und wütend zurücklässt". Er soll gezielt auf Ausländerinnen losgegangen sein.

Der Konsul der deutschen Botschaft in der Hauptstadt Kairo sowie ein Beamter des Bundeskriminalamtes wurden nach dpa-Informationen noch in der Nacht in Hurghada erwartet. Offenbar war er Freitagmorgen mit dem Bus nach Hurghada gekommen und hatte dort die Tatwaffe gekauft.

Die staatliche Nachrichtenseite Al-Ahram meldete, der Festgenommene habe vor einiger Zeit für sieben Monate in Saudi-Arabien gearbeitet. Nachbarn zufolge war er nach Hurghada gefahren, um Arbeit zu finden. Er habe keine Vorstrafen und gehöre keiner politischen oder terroristischen Gruppe an. Laut einem Bekannten der Toten lebten die Frauen dauerhaft in Hurghada. Zum Höhepunkt der Mittagshitze dann, um 14 Uhr, stach er am Strand des "Zahabia"-Hotels erstmals zu, griff dann in einem Nachbarhotel weitere Frauen an".

Die Schweizer Reiseveranstalter wie Hotelplan und TUI orientieren sich an den spezifischen Reisehinweise des Aussendepartements EDA. In den kommenden drei Wochen werde es keine kirchlichen Konferenzen und keine von den Kirchen organisierten Reisen geben, teilten die koptische Kirche und die evangelische Kirche Ägyptens mit. "Derzeit deutet nichts darauf hin, dass sich hieran grundsätzlich etwas ändern wird", sagte eine Sprecherin am Sonntag. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekennt sich zu dem Anschlag, der mit einer Bombe an Bord ausgeführt wurde.


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