In Hurghada getötete Frauen waren Deutsche

"Die Nachricht von dem heimtückischen Messerattentat im ägyptischen Badeort Hurghada, dem am gestrigen Freitag zwei Frauen aus Niedersachsen zum Opfer gefallen sind, macht mich sehr betroffen", sagte dazu Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) nach Angaben eines Sprechers der Staatskanzlei. Er habe den Auftrag erhalten, Ausländer anzugreifen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur. Die private ägyptische Zeitung "Al-Shorouk" berichtet zudem, dass der Mann sich in seinen Vernehmungen auf das Recht der Scharia berufen habe.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) verübt in Ägypten regelmäßig Angriffe, meistens auf Sicherheitskräfte. Mein tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden der Opfer, denen ich viel Kraft wünsche.

Das Auswärtige Amt geht von einem gezielten Angriff auf Touristen aus: "Nach allem, was wir wissen, sollte die Tat ausländische Touristen treffen - ein besonders hinterhältiger und verbrecherischer Akt, der uns traurig, bestürzt und wütend zurücklässt". Mitarbeiter der Deutschen Botschaft in Kairo seien vor Ort und stünden mit den ägyptischen Behörden in Kontakt. Demnach stammt der Mann aus dem Nil-Delta im Norden Ägyptens.

Nach Angaben aus den Sicherheitskreisen war der Angreifer mit einem Bus nach Hurghada gekommen. Einer politischen oder terroristischen Gruppe habe er nicht angehört. Unmittelbar vor der Tat soll er sich nach Angaben mit den beiden Frauen aus dem Raum Peine auf Deutsch unterhalten haben. Dann stach er zu.

Der Reisekonzern TUI rechnet aber zunächst nicht mit Auswirkungen auf die Reisebuchungen. "Derzeit deutet nichts darauf hin, dass sich hieran grundsätzlich etwas ändern wird", sagte Sprecherin Anja Braun am Sonntag. Nach dem Anschlag seien bislang keine Rückreisewünsche bekannt geworden. Wegen der Unruhen im Land nach dem Sturz von Machthaber Husni Mubarak im Februar 2011 und mehrerer Terrorangriffe war die Zahl der Urlauber in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen.


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