Mathe-Genie Mirzakhani stirbt mit 40 an Krebs

Die Forscherin spezialisierte sich auf Felder der Mathematik, "die für Laien wie eine fremde Sprache wirken", wie ihre Uni es nennt.

Die iranische Mathematikerin Maryam Mirzakhani, die 2014 als erste und bisher einzige Frau die renommierte Fields-Medaille gewonnen hat, ist tot. Sie wurde nur 40 Jahre alt.

Mirzakhani war mit einem tschechischen Mathematiker verheiratet. Dennoch gibt es dort Spezialschulen des Staates für besonders talentierte Mädchen, die so genannten "Farzanegan Schulen".

Die südkoreanische Präsidentin Park Geun-Hye im Kreis der Fields-Medaillen-Gewinner 2014: Martin Hairer (links), Manjul Bhargava (zweiter von links), Artur Avila (rechts) und Maryam Mirzakhani (dritte von rechts). Mitte der Neunzigerjahre fiel sie bei internationalen Mathematik-Olympiaden auf. Sie studierte an der Harvard-Universität, lehrte in Princeton, bevor sie 2008 nach Stanford wechselte. Ihr Aufstieg war geradezu kometenhaft.

Die Universitätspublikation "Stanford News" erinnerte daran, dass Mirzakhani bei der Arbeit gern auf riesigen weißen Blättern herumgekritzelt habe. Wenn das Emmy Noether nur noch erlebt hätte! Ihr war etwas gelungen, was noch keine Frau vor ihr erreicht hatte.

Im Jahr 2004 promovierte Mirzakhani über Geodäten in Riemannschen Flächen und arbeitete dann jahrelang daran, Zusammenhänge zwischen der Länge der Geodäten, der Anzahl der Löcher und sogenannten Modulräumen - bestimmten Strukturen in diesen Flächen - zu verstehen. Womit sich die Mathematikerin beschäftigt, ist allerdings selbst für mathematisch interessierte Laien nur schwer zu verstehen.

Mirzakhani wurde in der iranischen Hauptstadt Teheran geboren.

Die iranische Presse überschüttet Mirzakhani mit Lobeshymnen. Zahlreiche Tageszeitungen führten ihr Bild auf der ersten Seite, und Präsident Hassan Rohani persönlich bezeichnete die Nachricht als "herzzerreissend". Damals hatte sich Rohani unmittelbar nach der Verleihung der Fields-Medaille ebenfalls persönlich per Tweet gemeldet um ihr zu gratulieren und daraufhin eine Kopftuchdebatte ausgelöst. Eines zeigte sie mit ihrer in der Öffentlichkeit bekannten Kurzhaarfrisur, das andere mit Kopftuch. Mit dem für alle Frauen im Iran obligatorischen Kopftuch oder ohne? Und so soll es auch sein: Im 21. Jahrhundert werden Frauen nach ihrer Leistung und nicht ihrer Bekleidung oder ihres Aussehens wegen beurteilt.


Beliebt

VERBINDEN