Millionen Kunden haben Recht auf mehr Geld

Für Millionen Versicherungskunden kann sich nach Angaben von Stiftung Warentest eine Rückabwicklung von Lebens- oder Rentenversicherungen lohnen. Wenn ihre Verträge fehlerhafte oder unvollständige Widerspruchsbelehrungen enthielten, seien selbst lange nach Vertragsende oft noch tausende Euro Nachschlag drin, berichtete das Magazin "Finanztest" vorab aus seiner August-Ausgabe.

Die Verbraucherzentrale Hamburg schätzt, dass bis zu 24 Millionen Versicherungen rückabgewickelt werden könnten. Denn sie können den Verträgen widersprechen, wenn diese eine fehlerhafte Widerspruchsbelehrung enthalten. Denn bei einem Widerspruch müssen alle Prämien einschließlich der hohen Abschluss- und Verwaltungskosten komplett vom Versicherer erstatten werden. Abziehen dürften die Versicherer nur die Beiträge für den Versicherungsschutz, wie Risikobeiträge für den Todesfallschutz. "Ohne Hilfe von Profis haben Laien aber kaum eine Chance, ihr Recht durchzusetzen", erklärte Finanztest-Expertin Ariane Lauenburg. Zudem muss die Belehrung optisch deutlich hervorgehoben sein. Sie sind deshalb gut beraten, sich an die Verbraucherzentrale Hamburg, einen Anwalt, einen Dienstleister, der auf den Widerspruch von Versicherungsverträgen spezialisiert ist oder an den Ombudsmann für Versicherungen zu wenden. Becker-Eiselen von der vzhh warnt denn auch vor einer vorschnellen Kündigung einer Lebensversicherung, zum Beispiel wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung daran gekoppelt ist. "Dann kann es sinnvoller sein, drinzubleiben". Wenn der Beginn der Widerrufsfrist nicht angegeben ist, gibt es ein ewiges Rücktrittsrecht für den Kunden. Zudem habe der Bundesgerichtshof die von der Allianz zwischen 1995 und 2007 verwendeten Widerspruchsbelehrungsfassungen "weitgehend als ordnungsgemäß bestätigt".


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