Neuer Besitzer für den Eurospeedway Lausitz

Die Sachverständigenorganisation Dekra übernimmt zum 1.11.2017 den Lausitzring. Verkäufer ist eine Gruppe von bayerischen Unternehmern, die den Lausitzring 2009 übernommen hatten.

Es habe zuletzt zwar "auch in Brandenburg wieder eine zumindest kleine Bereitschaft" zur Unterstützung durch die Öffentliche Hand gegeben, teilten die EuroSpeedway-Betreiber mit: "Dennoch war es der zuständigen Politik nicht möglich, der Betreibergesellschaft einen ausreichenden Umfang an Unterstützung verbindlich zuzusagen, beziehungsweise zur Verfügung zu stellen". Zusammen sollen DTC und Lausitzring nach den Plänen von Dekra ein Innovationszentrum für die Prüfung der Mobilität der Zukunft - automatisiertes und vernetztes Fahren - bilden.

Die Zeit des Motorsports auf dem Lausitzring wäre damit vorbei. "Das Engagement am Lausitzring ist ein klares Bekenntnis zum Standort spielt eine wichtige Rolle bei der Umsetzung unserer Vision, bis zum Jahr 2025 der globale Partner für eine sichere Welt zu werden". Nun betreibt die Dekra die Strecke und will autonomes Fahren erproben. Der Verkäufer Josef Meier wies bei der Bekanntgabe des Eigentümerwechsels auf den aktuellen Investitionsbedarf hin. Man sei aber offen, wenn Dritte das Gelände für Großveranstaltungen nutzen wollen, hieß es. Es wird zentraler Bestandteil des internationalen Testverbunds für das automatisierte und vernetzte Fahren, den DEKRA in Europa und Asien aufbaut, und bringt hochwertige neue Arbeitsplätze in die Region. Der geplante Ausbau von Strecken und Infrastruktur soll im Lauf des Jahres 2018 im Wesentlichen vollzogen sein.

"In den Aufbau dieses Testverbunds investieren wir im ersten Schritt insgesamt mehr als 30 Millionen Euro", so Stefan Kölbl, Vorsitzender des Vorstands DEKRA e.V. und DEKRA SE. Von dort ausgehend werden entsprechende Prüfkapazitäten auch in Klettwitz aufgebaut.

Geplant sind auf dem 500 Hektar großen Areal zwei Citykurse, ein Überlandkurs sowie eine Autobahnstrecke, auf denen komplexe Szenarien für innerstädtische, außerstädtische und Autobahnfahrten dargestellt werden können; bei Dekra ist sogar vom Bau von "Geisterstädten" die Rede. So kann zum Beispiel untersucht werden, wie automatisch fahrende Autos auf Fußgänger und andere Bewegungen in ihrem Umfeld oder auf Signale (Ampelanlagen) reagieren. Am Lausitzring sind gegenwärtig 48 Mitarbeiter tätig. Im benachbarten DTC in Klettwitz arbeiten bisher knapp 100 Männer und Frauen.


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