DFB-Frauen starten mit Remis in EM

"Es war ein super-intensives Spiel, in dem uns Schweden mit seiner geballten Defensive absolut gefordert hat", resümmierte nach der Partie Steffi Jones. In der Wiederauflage des olympischen Finales von Rio 2016 war ein hochklassiges Duell auf Augenhöhe erwartet worden. In einem insgesamt ereignisarmen Spiel war Titelverteidiger Deutschland das offensivere Team, kam aber nur zu wenigen Torchancen.

"Es war ein hart umkämpftes, sehr ausgeglichenes Spiel", erklärte Mandy Islacker. "In der zweiten Hälfte haben wir gute Lösungen gefunden gegen eine kompakte schwedische Abwehr, aber leider nicht den richtigen Abschluss gefunden".

Doch was in der Anfangsviertelstunde so schwungvoll begann, verflachte zusehends. Für die deutsche Nationalmannschaft steht am Freitag das nächste Gruppenspiel gegen Italien an (20.45 Uhr/ARD), das am Montag 1:2 (0:2) gegen Russland verloren hat.

Im Vergleich zur Generalprobe gegen Brasilien knapp zwei Wochen zuvor (3:1) veränderte Jones ihre Anfangsformation im 4-4-2 mit Mittelfeldraute auf zwei Positionen.

Die Stürmerin von Turbine Potsdam wurde von Jones vorsichtshalber wegen Problemen am linken Oberschenkel kurz vor der Pause ausgewechselt. Für sie mühte sich fortan Islacker neben Anja Mittag im deutschen Angriff, der bis dato nicht richtig zum Zuge kam, weil es an gutem Zuspiel aus dem Mittelfeld haperte. Die Treffer für das DFB-Team erzielten Kapitänin Dzsenifer Marozsán und die Schwedin Lina Sembrant per Eigentor. Jones' Assistent Markus Högner, ehemaliger Bundesliga-Coach der SGS Essen und für die Gegner-Analysen zuständig, bezeichnet die Schwedinnen als Mannschaft mit "unglaublich viel Erfahrung". Vorne setzt Jones auf das Duo mit der schnellen Svenja Huth und der routinierten Mittag. Erneut Islacker (65.) verfehlte das Tor nach Flanke von Newcomerin Carolin Simon nur um Haaresbreite. Auf der Gegenseite verhinderte Deutschlands Schlussfrau Almuth Schult den Rückstand, als sie den Abschluss der eingewechselten Stina Blackstenius parierte (71.).

Jelena Danilowa (9. Minute) per Distanzschuss und Jelena Morosowa (26.) nach einer Ecke sicherten den Russinnen bei der fünften EM-Teilnahme den ersten Sieg in einer Endrunde. Der Anschlusstreffer für Italien gelang Ilaria Mauro erst im Finish (88.).

Die Italienerinnen, die als einziges Team bei allen Endrunden seit 1984 dabei waren und immer zumindest das Viertelfinale erreichten (zwei Finalteilnahmen), fanden durchaus Chancen vor. Danach wurde der vermeintliche Ausgleich durch Elisa Bartoli (89.) wegen Abseits aberkannt, und Melania Gabbiadini traf kurz vor dem Schlusspfiff nur die Latte.


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