Wahl in Indien: Zwei "Unberührbare" kämpfen um Platz an der Sonne

Die knapp 5000 Abgeordneten der Legislativen des Landes und der Bundesstaaten konnten am Montag in den jeweiligen Parlamentsgebäuden ihre Stimmzettel abgeben. Beide Kandidaten haben gemeinsam, dass sie aus der niedrigsten sozialen Kaste stammen. Das Ergebnis der Wahl wird am Donnerstag bekannt gegeben.

Die Regierungspartei BJP von Premierminister Narendra Modi hatte Ram Nath Kovind ins Rennen geschickt. Die Nominierung Kovinds gilt als eine Botschaft an die rund 200 Millionen Dalits in Indien. Modis BJP will sich vor der Parlamentswahl 2019 ihre Unterstützung sichern. Einzige weitere Bewerberin ist die frühere Diplomatin Meira Kumar, die von der Opposition nominiert wurde. Die Politikerin, die 2009 als erste Frau den Posten der Parlamentspräsidentin innehatte, gehört ebenfalls der Dalit-Kaste an, die für Angehörige höherer Kasten als "unrein" galten.

Die größte Demokratie der Welt hatte mit Kocheril Raman Narayanan in den 1990er Jahren bereits einen Staatschef aus der Gruppe der "Unberührbaren".

Indiens Präsident ist Staatsoberhaupt, erfüllt aber vor allem repräsentative Aufgaben.


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