Heintz verpasst Medaille bei Schwimm-WM

Die 28 Jahre alte Magdeburgerin gewann auf ihrer Paradestrecke über 200 m Schmetterling in 2:05,39 Minuten Silber.

Hentke schlug die Hände vors Gesicht, schüttelte ungläubig den Kopf.

Für die Beckenschwimmer ist es die erste WM-Medaille und vermutlich die letzte. "Aber das ist jetzt scheißegal, ich habe endlich diese blöde Medaille".

Der Heidelberger Heintz belegte über 200 Meter Freistil in 1:57,27 Minuten Rang sechs und hatte fast acht Zehntel Vorsprung auf Rang neun. Bei der WM-Vorbereitung in Heidelberg traf der neue Cheftrainer am Bundesstützpunkt Berlin auf Philip Heintz vom SV Nikar - und war sofort angetan von dem 26-Jährigen. Er lag schon nach der ersten Bahn zurück und konnte auch in der sonst von ihm stärkeren zweiten Rennhälfte keine Plätze gut machen. Favorit auf die Koch-Nachfolge ist Halbfinalsieger Anton Tschupkow aus Russland.

Hentke sorgte für das erste deutsche Edelmetall in dieser Disziplin seit 16 Jahren.

Heintz war als Weltjahresbester auf der Strecke nach Ungarn gereist und hatte zu den größten Medaillenhoffnungen des Deutschen Schwimm-Verbands gezählt. Hentke war mit ihrem sehr kontrollierten Auftritt zufrieden: "Das war eigentlich noch nicht anstrengend".

Weltmeister Marco Koch ist bei seiner WM-Titelverteidigung bereits im Halbfinale krachend gescheitert. Bei Olympia in Rio de Janeiro hatte die damals ebenfalls in Top-Form angereiste Hentke noch eine gute Platzierung verpasst. Weil ihr in der Vergangenheit die Nerven oft einen Streich spielten, arbeitete sie verstärkt im psychologischen Bereich. Diesmal kam sie bis auf 13 Hundertstel an ihren deutschen Rekord heran. In 1:55,88 und 1:56,04 Minuten waren sie im Halbfinale am schnellsten. "Ich habe gedacht, dass ich um einiges schneller sein würde, aber mehr ging leider nicht". "Am Ende bin ich sowas von gestorben".

Vorlaufschnellste war Dreifach-Olympiasiegerin Katinka Hosszu, die im möglichen Finale am Donnerstag die Duna Arena erneut zum Kochen bringen dürfte. "Ich habe bei jedem Beinschlag Wasser in die Hose bekommen", sagte der Darmstädter, dem nach 2:09,61 Minuten acht Zehntelsekunden zum Finaleinzug fehlten.

Koch war eine Minute vor dem Start die Innenhose der Badehose gerissen. Erst mühte er sich im Vorlauf als 13. weiter, dann wurde er unmittelbar nach dem Rennen zur erneuten Dopingprobe gebeten. "Dass man das nach einem Vorlauf reindrücken muss, verstehe ich nicht", sagte Koch, der schon nach seiner Ankunft in Budapest morgens um fünf von einem Kontrolleur geweckt worden war.


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