Türkischer Familienvater aus Deutschland im Heimaturlaub festgenommen

Wegen kritischer Äußerungen auf Facebook soll ein in Wuppertal lebender türkischer Familienvater in der Türkei festgehalten werden. Die Türkei soll in besagtem Post offenbar eine unerlaubte Kritik an Erdogan sehen. Der genaue Wortlaut ist im Moment nicht bekannt. Auch sei ihm sein Handy vor kurzem gestohlen worden. Laut dem lokalen Nachrichtenportal "Wuppertal total", das zuerst über den Fall berichtet hatte, durfte der Familienvater das Gefängnis wohl nach einer Nacht wieder verlassen. Regelmäßig muss er sich in seinem kleinen Geburtsort in Anatolien bei den Behörden melden. Einen Rechtsbeistand habe er noch nicht bekommen, aber bereits dafür bezahlen müssen.

Nun reagiert die Stadt Wuppertal: "Wir haben einen Bürger, auf den die Angaben passen", sagte eine Sprecherin am Freitag. Man habe inzwischen auch Kontakt zu seinem Bekannten herstellen können, der den Fall publik gemacht habe.

Man werde sich um die Familie kümmern, sollte diese ohne den Vater zurückkehren und das Einkommen wegfallen, sagte die Sprecherin. Zu den Vorwürfen und Vorkommnissen in der Türkei könne man sich aber nicht äußern. Kadim D. besitzt nur einen türkischen Pass, daher seien die deutschen Behörden nicht zuständig, heiße es.

Demnach sei D. vergangene Woche bei der Einreise in die Türkei aufgehalten und festgenommen worden. Grund dafür sei, dass in einigen Fällen zu freiheitsentziehenden Maßnahmen gekommen sei, "deren Grund oder Dauer nicht nachvollziehbar" ist.

Das Video konnte nicht abgespielt werden.

Kadim D. lebt seit 40 Jahren mit seiner Familie in Deutschland.

Die Behörde hatte außerdem dazu geraten, sich auch bei kurzen Aufenthalten in die Krisenvorsorgeliste der Konsulate und der Botschaft einzutragen.

Im Ernstfall bietet aber auch das keine hundertprozentige Sicherheit.


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