Wissenschaftler stellen Perlen aus der Eiszeit vor

Wissenschaftler haben in einer Höhle bei Schelklingen auf der Schwäbischen Alb 40 Perlen aus der Eiszeit entdeckt. Das deute darauf hin, dass Menschen schon vor 42 000 Jahren Schmuck zur Kennzeichnung einer Gruppenidentität anfertigten.

Die damaligen Menschen (Homo sapiens) im Ach- und Lonetal hätten neue Formen von Schmuckstücken vermutlich "als Ausdruck einer Konkurrenzsituation zum Neandertaler oder als Reaktion auf die radikalen Umweltveränderungen in dieser Zeit" herstellt, erläuterte der US-Forscher, der das Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Tübingen leitet. Die Lochungen entstanden durch das Bohren mit einem feinen Feuersteingerät oder durch wiederholtes Einschneiden. Einzelne Perlen aus dem "Hohle Fels" sind zwei- und dreifach durchlocht. Die Perlen liegen in allen Stadien des Herstellungsprozesses vor, vom Rohling bis zum getragenen Stück.

Die Perlen seien 42.000 bis 34.000 Jahre alt und damit der früheste Nachweis für die komplexe Herstellung von Elfenbeinperlen weltweit. Hier laufen die Enden mehr oder weniger spitz zu, die beiden äußeren Löcher werden meist durch Einkerbungen vom mittleren Teil der Perle abgesetzt. "Diese Form wurde nicht mit Menschen aus anderen Regionen geteilt, obwohl europaweit Kontakte bestanden", sagt Sibylle Wolf, wissenschaftliche Koordinatorin und Mitarbeiterin am Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment der Universität.

Dass die Perlen über einen Zeitraum von 6000 Jahren auftreten, bezeuge "eine Tradition des Herstellens und Tragens dieser sehr speziellen Form", sagt Wolf. Sie gilt als älteste figürliche Darstellung eines Menschen. Die "Venus vom Hohle Fels" und die ältesten Musikinstrumente werden in der Dauerausstellung gezeigt.

Weltkulturerbe-Höhlen geben weitere Schätze preis.

Die Funde können ab dem 28. Juli 2017 bis Anfang Januar 2018 im Urgeschichtlichen Museum in einer Kabinettausstellung betrachtet werden.


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