Deutsche Exporte mit stärkstem Minus seit 2015

Es ist das größte Minus seit zwei Jahren. Schließlich sei die Stimmung weiterhin prächtig. Wie das Bundesamt mitteilte, brachen die Einfuhren im Vergleich zum Vormonat um 4,5 Prozent auf 84,9 Milliarden Euro ein.

Die deutschen Exporte sind im Juni nicht so stark gestiegen wie im Vormonat Mai.

Mit dem größten Minus seit August 2015 endete eine Serie von fünf Anstiegen in Folge. Sie erwarteten im Juni einen Zuwachs von 0,2 Prozent.

Unter Berücksichtigung der Salden für Warenhandel einschließlich Ergänzungen zum Außenhandel (+ 24,1 Milliarden Euro), Dienstleistungen (- 1,5 Milliarden Euro), Primäreinkommen (+ 4,6 Milliarden Euro) und Sekundäreinkommen (- 3,6 Milliarden Euro) schloss - nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank - die Leistungsbilanz im Juni 2017 mit einem Überschuss von 23,6 Milliarden Euro ab. "Das ist ein Ausrutscher, der in den kommenden Monaten wettgemacht werden dürfte". Auch für Carsten Brzeski von der ING signalisieren starke Stimmungsindikatoren eine Fortsetzung des Aufschwungs.

Im Ergebnis ging der Leistungsbilanzüberschuss, für den Deutschland aus dem Ausland oft scharf kritisiert wird, um rund zwölf Prozent auf 120 Milliarden Euro zurück.

Gut liefen die Geschäfte mit anderen Euro-Ländern.

Unterm Strich ergibt sich für Juni ein Überschuss in der deutschen Handelsbilanz von bereinigt 21,2 Milliarden Euro. Die Ausfuhren in die Länder außerhalb der Europäischen Union - von den USA bis China - nahmen dagegen um 1,7 Prozent ab. Experten wie die vom Internationalen Währungsfonds (IWF) sehen darin auch einen Hinweis darauf, dass Deutschland zu Hause zu wenig investiert, was langfristig das Wachstum dämpfen könne.

Deutsche Unternehmen lieferten im ersten Halbjahr Waren im Gesamtwert von 638,4 Milliarden Euro ins Ausland. Im Mai hatten die Unternehmen noch etwa 14 Prozent mehr Waren als im Vorjahresmonat exportiert. Scharfe Kritik am deutschen Handelsüberschuss übte wiederholt auch US-Präsident Donald Trump. Im Juni 2016 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz + 24,5 Milliarden Euro betragen.


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