Fresenius Medical Care setzt mit Übernahme auf US-Trend zur Heimdialyse

FRANKFURT (Dow Jones)-Der Dialysekonzern Fresenius Medical Care (FMC) setzt auf Dialyse zu Hause und stärkt sich in diesem Geschäftsfeld mit einem Milliardenzukauf in den USA. Für die ersten drei bis fünf Jahre rechnet FMC mit Kostensynergien von 80 bis 100 Millionen Dollar vor Steuern pro Jahr. Dies ist ein Plus von 30 Prozent zum Schlusskurs am Freitag. Das amerikanische Gesundheitsministerium fördert diese Art der Behandlung von Nierenerkrankungen.

Wachsendes Interesse an Heimdialyse FMC sieht in den kommenden Jahren weiter gute Chancen auf dem Dialysemarkt. Im wichtigen US-Markt kommt FMC auf einen Marktanteil von 40 Prozent.

NxStage gilt in diesem Bereich als Pionier: Das Unternehmen hat Geräte entwickelt, für die es als Erster die Zulassung auch für eine Behandlung in der Nacht erhalten hat - ein Zuwachs für die Lebensqualität der Patienten gegenüber der mehrstündigen Behandlung in einem Dialysezentrum mehrmals pro Woche. Für die Übernahme brauchen die Hessen aber noch die Zustimmung der Behörden. Für die Analysten ist dies ein ambitionierter Kaufpreis.

Zum Konzerngewinn von Fresenius Medical Care soll der Zukauf drei Jahre nach Abschluss, welcher für 2018 vorgesehen ist, beitragen. Zudem werde FMC Skaleneffekte heben können. Dollar umsetzte, schreibt seit Jahren wegen hoher Entwicklungs- und Vertriebskosten rote Zahlen. Die Integrationskosten bezifferte der Konzern auf insgesamt 150 Millionen Dollar. Daher gehen sie nicht davon aus, dass die Akquisition eine Auswirkung auf die Profitabilitätsziele des Unternehmens bis 2020 hat.

Mit rund 3400 Mitarbeitern erzielte NxStage 2016 einen Umsatz von 366 Millionen Dollar. Im vergangenen Jahr verringerte sich der Nettoverlust auf 4,7 Millionen Dollar. Bei der Vorlage der Zweitquartalszahlen an diesem Montag hiess es, dass mit Blick auf die Übernahme durch FMC keine Prognose mehr veröffentlicht werde.


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