Gedrucktes bei Kindern noch immer beliebt

In Deutschland leben knapp 7,2 Millionen Kinder zwischen vier und 13 Jahren. Für die Studie wurden 1.647 Doppelinterviews mit jeweils einem Kind im Alter von sechs bis 13 Jahren und einem Erziehungsberechtigten sowie 394 Interviews mit einem Erziehungsberechtigten für die Vier- und Fünfjährigen geführt.

Der Studie zufolge schauen 61 Prozent der befragten Kinder zwischen sechs bis 13 Jahre mehrmals pro Woche in Bücher, 71,5 Prozent lesen Kinderzeitschriften. Damit, so die Autoren, liege das klassische Lesen gleichauf mit Freizeitbeschäftigungen wie Internet und Apps (62 Prozent) - und deutlich vor digitalen Unterhaltungsformen wie YouTube (34 Prozent) und Spielekonsolen (28 Prozent). "Denn Ziel der Studie ist wohl nicht nur das Schließen einer Lücke hinsichtlich der Erkenntnisse zum Mediennutzungsverhaltens bei Kindern, sondern auch "(...) allen Marktteilnehmern - nicht zuletzt unseren Werbekunden - transparent darlegen, welch starke Rolle Zeitschriften nach wie vor im Medien- und Freizeitverhalten von Kindern spielen", wird Gerd Brüne, Publisher Wissen bei Gruner + Jahr, stellvertretend für die beteiligten Verlage auf der Webseite von Blue Ocean zitiert. Zwei Schlüsselergebnisse: Eltern bewerten Kindermagazine und Bücher positiver als andere Medien.

Bei Zeitschriften fällt die Zahl noch geringer aus. Die KIM-Studie wird seit 1998 regelmäßig herausgeben.

Dem Kinderreport (PDF) des Deutschen Kinderhilfswerks von 2015 zufolge ist das Internet das Medium, mit dem Kinder und Jugendliche die meiste Zeit verbringen.

Trotz der Digitalisierung ihrer Welt bleiben Kinder in ihrer Freizeit auch gerne offline. Noch beliebter ist bei den Freizeitbeschäftigungen mit Medien nur Fernsehen (97 Prozent) und Musik hören (79 Prozent).

Dass Kinder einen Großteil ihres Taschengeldes in Printmedien wie Zeitschriften und Comics stecken, dürfte ebenfalls eine gute Nachricht für die Verleger und Werbekunden sein. Sechs- bis 13-Jährige Mädchen bekommen monatlich im Schnitt gut 41 Euro Taschengeld und andere Geldgeschenke. Nur bei Kleidung und Style haben die Eltern noch etwas länger ein Wörtchen mitzureden: Hier hat etwa die Hälfte (49 Prozent) der Sechs- bis Neunjährigen die Entscheidungshoheit, bei den Zehn- bis 13-Jährigen steigt der Anteil auf 82 Prozent. Die wenigsten Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren dürfen eigenständig Apps downloaden (12 Prozent) oder ohne Aufsicht im Internet surfen (19 Prozent). Bei Büchern und Zeitschriften hat diese Altersgruppe dagegen schon mehrheitlich (63 Prozent) die Wahl, was sie lesen möchte. Auch bei Angelegenheiten, die die ganze Familie betreffen - wie Unternehmungen, Supermarktbesuche oder der Auswahl des Urlaubsorts - reden sie mit.


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