Rolle von Frankreichs "Première Dame" Brigitte Macron soll geklärt werden

Die französische Präsidentschaft will in den kommenden Tagen die Rolle von Première Dame Brigitte Macron klarstellen.

Mit einer Petition möchten die Franzosen verhindern, dass Brigitte Macron, Ehefrau des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron, den Status einer Première Dame erhält. Brigitte Macron ist beliebt, mehr Geld wollen die Unterzeichner der Petition für sie aber nicht ausgeben. Die Petition richtet sich an den Staatschef und seinen Premierminister Édouard Philippe. Thierry Paul Valette, der die Eingabe auf change.org startete und sich als Maler, Autor und "engagierter Bürger" vorstellt, erklärte auf der Website, es bestehe "keinerlei Grund" für ein eigenes Budget der Frau des Staatschefs aus "öffentlichen Mitteln".

Statt der nominellen Aufwertung für Brigitte Macron soll es nun nach Angaben aus dem Elysée-Palast eine schriftliche Erklärung geben, aus der unter anderem der für die "First Lady" zur Verfügung stehende Mitarbeiterstab hervorgehen soll. In einer Phase "der Moralisierung des politischen Lebens" sei die Problematik eine Frage des "nationalen Gewissens" und wenn überhaupt dürfe nicht ein einzelner Mann darüber entscheiden, sondern nur das Volk.

Während des Präsidentschaftswahlkampfs hatte der seit Mitte Mai amtierende Macron noch erklärt, seine Frau werde im Fall seines Einzugs in den Elysée-Palast eine "öffentliche Rolle" spielen, dabei aber nicht vom Steuerzahler finanziert werden. Der Text wendet sich darüber hinaus "scharf" gegen "jegliche sexistische Angriffe" gegen Macrons ehemalige Theaterlehrerin an der Schule, die 25 Jahre älter ist als er. Auf diese Weise solle eine "französische Heuchelei" beendet werden.

An einem offiziellen Rang für seine Frau möchte Emmanuel Macron festhalten.

Bisher hat die "Première Dame" in Frankreich keinen offiziellen Status. Ein Gehalt für Brigitte Macron ist dabei nicht vorgesehen. Die Beschäftigung naher Verwandter als parlamentarische Mitarbeiter ist künftig verboten, Abgeordnete müssen Ausgaben mit Belegen abrechnen, die Parteienfinanzierung soll transparenter werden.

Die Praxis, als Parlamentarier auch Familienmitglieder zu beschäftigen, war mit der Affäre um den konservativen Präsidentschaftskandidaten François Fillon in den Fokus geraten. Macron, der drei Monate nach Amtsantritt mit fallenden Umfragewerten konfrontiert ist, war schon im Wahlkampf gemeinsam mit seiner Frau aufgetreten. Der zweite Teil des Pakets soll voraussichtlich diese Woche verabschiedet werden.


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