Krankenkassen-Bericht: Leiharbeiter länger krank als Festangestellte

Im vergangen Jahr waren Zeitarbeiter in Deutschland durchschnittlich 20,3 Tage krankgeschrieben - 5,6 Tage mehr als Festangestellte. Das geht aus einer Untersuchung der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Wegen psychischer Erkrankungen fehlten Zeitarbeiter im Schnitt an 3,4 Tagen im Jahr. Diese fehlten im Durchschnitt 14,7 Tage.

Vor allem von Erkrankungen der Psyche und des Muskel-Skelett-Systems seien Leiharbeiter überdurchschnittlich häufig betroffen. 2008 waren beispielsweise Leiharbeiter nur an 14,7 Tagen krank. Festangestellte waren wegen dieser Diagnose 2,8 Tage krankgeschrieben. Die psychischen Beschwerden werde häufig dadurch verursacht, dass die fachliche Qualifikation oft vom Einsatzgebiet abweiche. Auch die Einkommenssituation sei für viele belastend.

"Wie die TK selbst in ihrer Pressemitteilung erklärt, liegt der relativ hohe Krankenstand in der Zeitarbeit 'nicht nur in dem Beschäftigungsverhältnis Zeitarbeit begründet, sondern auch darin, dass die in der Zeitarbeitsbranche vermittelten Tätigkeiten zu einem großen Teil körperlich schwere Arbeiten sind'". Das erhöhe das Risiko für Krankheiten.

Leiharbeiter fehlen häufiger am Arbeitsplatz als andere Arbeitnehmer. Gefahren am neuen Arbeitsplatz seien unbekannt. Damit sollen Leiharbeiter vor Missbrauch geschützt werden.

Die TK wertete die Kranschreibungen der rund 1,1 Millionen TK-versicherten Erwerbspersonen für das Jahr 2016 in NRW und rund 207.000 TK-versicherten Erwerbspersonen in Hamburg aus.


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