Nordkorea fordert USA mit Plänen für Raketenangriff heraus

Nordkorea hat seine Drohung gegen die USA erneuert und detaillierte Pläne für einen Raketenangriff auf Ziele vor der Pazifikinsel Guam vorgelegt. Nordkorea sollte sein Atom- und Raketenprogramm einstellen, die USA und Südkorea ihre Militärmanöver aussetzen, um an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Nordkoreas Militärführung zeigte sich demonstrativ unbeeindruckt von den jüngsten Drohungen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump und verspottete ihn für seine martialischen Äußerungen.

Nach dem spanisch-amerikanischen Krieg fiel die westpazifische Marianen-Insel Guam 1898 an die USA, und bis heute ist die Insel, die ein wenig größer ist als Wien, amerikanisches Überseegebiet. Die Streitkräfte zögen eine solche Attacke "ernsthaft in Erwägung", meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch. Nur "absolute Stärke" könne bei jemanden, der wie Trump "bar jeder Vernunft", etwas bewirken. Die siebte US-Flotte hat derzeit sechs Schiffe der Aegis-Klasse in der Region, die für die Raketenabwehr ausgerüstet sind. Die 160.000 Einwohner seien nicht akut bedroht. Die Amerikaner und ihre Verbündeten seien sicher, bekräftigte Trump angesichts der Drohung Nordkoreas, die US-Pazifikinsel Guam ins Visier zu nehmen. Bezahlt wird in Dollar, 6000 amerikanische Soldaten sind auf Guam stationiert. Zugleich versicherte er, die Insel sei "auf alle Eventualitäten vorbereitet".

Auch das Heimatschutzministerium mahnt zur Besonnenheit angesichts der nordkoreanischen Drohung. Von dieser sind in letzter Zeit immer wieder Langstreckenbomber des Typs B-1 zu Militärmanövern in Richtung der koreanischen Halbinsel gestartet.

Der Bedrohungsgrad habe sich durch die Ereignisse in Nordkorea nicht erhöht, erklärte der Gouverneur.

Und die Menschen in Guam, auf die Kim seine Raketen richtet? Damals konnte bezweifelt werden, dass die Waffen des Regimes bis nach Guam kommen. Er wisse das Militär zu 100 Prozent hinter sich, sagte Trump. Der Chamarro-Dichter und politische Aktivist Craig Santos Perez sagte dem US-Magazin "The Atlantic", dass er wütend und besorgt sei, dass Guam überhaupt in dieser Lage stecke. Klar dürfte sein, dass die USA keinen Schlag gegen die strategisch so wichtige Insel zulassen werden. "Ich glaube, Guam ist nur ein Angriffsziel, weil die US-Armee hier ist". Darüber hinaus arbeite er mit dem Heimatschutz, dem Konteradmiral und den USA zusammen, um die Sicherheit der Insel zu gewährleisten.

"Nordkorea hat doch eine lange Geschichte des Säbelrasselns", schreibt Eric Tydingco, der schon sein ganzes Leben auf Guam wohnt und Direktor der dortigen Make-A-Wish-Stiftung ist, der HuffPost. Mehr als 20.000 Arbeitsplätze hängen am Tourismus und damit jeder dritte Job auf der Insel.

Nordkoreas Propagandaorgan "Rodong Sinmun" berichtete, dass seit der Verhängung der Sanktionen rund 3,5 Millionen Nordkoreaner einen Antrag gestellt hätten, sich dem Militär anschließen zu können. Reisewarnungen wurden bereits geäußert. "Wer dennoch darauf besteht, dorthin zu reisen, soll sich von militärischen Stützpunkten fernhalten und sich unauffällig verhalten". Nur Hawaii ist ein noch populäreres Reiseziel im Pazifik. Rund 750.000 Japaner machten in der Vorsaison auf Guam Urlaub.

Mit einem Bruttoinlandsprodukt von rund 35.200 Dollar pro Kopf entspricht die wirtschaftliche Kraft Guams jener von Ländern wie Spanien, Italien, Israel und der Tschechischen Republik.


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