Trump: Waffen sind "entsichert und geladen"

Möglicherweise sei sie sogar nicht scharf genug gewesen, sagte Trump am Donnerstag in seinem Urlaubsdomizil in Bedminster (New Jersey). Was Nordkorea über lange Zeit getan habe, sei eine Tragödie und könne nicht länger zugelassen werden.

"Das waren seine eigenen Worte".

"Die militärischen Lösungen sind nun vollständig vorbereitet, geladen und entsichert, sollte Nordkorea sich unklug verhalten", schrieb Trump auf Twitter. Mit Blick auf Nordkoreas Staatschef fügte er hinzu: "Hoffentlich findet Kim Jong Un einen anderen Weg!" Denn eine Bombe, die mithilfe einer Interkontinentalrakete die USA erreichen soll, müsste vorher die Rückkehr aus dem Weltraum in die Atmosphäre überstehen. Zugleich versicherte er, grundsätzlich zu Verhandlungen bereit zu sein. Weitere Links zum Thema Nordkorea hatte zuletzt gedroht, Raketen in Richtung der Pazifikinsel Guam abzufeuern, auf der die USA einen strategisch wichtigen Militärstützpunkt unterhalten. Auf der US-amerikanischen Insel befinden sich US-Militärbasen, sie ist zudem beliebter Urlaubsort von Südkoreanern und Japanern. Nordkorea sollte "sehr, sehr nervös" werden, wenn es auch nur daran denke, die USA anzugreifen. Nordkorea-Experten wie Zhang Liangui von der Pekinger Parteihochschule vermuten, dass Pjöngjang die USA zur offiziellen Anerkennung Nordkoreas als Atomwaffenstaat zwingen will: "Alles andere wäre Selbstmord". "Wir werden sehen, was passiert".

Im Gegensatz zu Trump war US-Verteidigungsminister Mattis am Donnerstag offenbar um eine Entschärfung der Auseinandersetzung bemüht. "Sie zeitigen diplomatische Ergebnisse". Der Vorsitzende der Koreanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Hyginus Kim Hee-jong, warnte im Umgang mit dem Kim-Regime vor einer weiteren Eskalation: "Die koreanische Halbinsel ist ein Pulverfass, das jederzeit explodieren und einen neuen Krieg auslösen kann", sagte Hee-jong bei einer Gedenkveranstaltung zum 64. Jahrestag des Endes des Koreakriegs.

Die staatliche chinesische Tageszeitung "Global Times" forderte die Führung in Peking derweil auf, trotz eines bestehenden Beistandspakts mit Pjöngjang bei einem möglichen Erstschlag Nordkoreas gegen die USA "neutral" zu bleiben. "Ich sehe keine militärische Lösung des Konfliktes" und eine solche halte sie auch "nicht für geboten", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Genau das wollen die Vereinigten Staaten, die Vormacht im Pazifik und enger Verbündeter von Südkorea und Japan, verhindern. "Alle unsere Befürchtungen, die wir verbunden haben mit der Unberechenbarkeit der Politik von Donald Trump, werden bedauerlicherweise jetzt bestätigt", sagte er am Freitag in Berlin. Zuvor hatte das asiatische Land Trump verspottet: Mit diesem sei keine normale Konversation möglich, er verkenne den Ernst der Lage und gehe damit der nordkoreanischen Militärführung ziemlich auf die Nerven.

Washington.Feuer und Zorn brodeln immer noch in seinem Inneren.

Derweil berief die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini wegen der Nordkorea-Krise ein Sondertreffen der für Sicherheitsfragen zuständigen EU-Botschafter ein. Das sogenannte Politische und Sicherheitspolitische Komitee (PSK) hätte regulär eigentlich erst am 31. August wieder zusammenkommen sollen. Zuvor hatte China beide Seiten zur Zurückhaltung aufgerufen. Außenminister Sigmar Gabriel hatte zuvor bereits vor einem Atomkrieg gewarnt.

Der Konflikt spitzt sich seit Monaten zu.

Nordkorea treibt trotz internationaler Sanktionen sein Raketen- und Atomwaffenprogramm seit Jahren voran. Das Land versetzte seine Streitkräfte wegen Nordkorea in Alarmbereitschaft. Dieses wird von den USA, aber auch von der EU als Bedrohung für den Frieden und die Sicherheit auf der ganzen Welt angesehen.


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