Trump: Warnung an Nordkorea "vielleicht nicht hart genug"

Eine solche Rhetorik mache Sorgen und Angst, "dass wir ähnlich wie im Ersten Weltkrieg schlafwandlerisch in einen Krieg hineinmarschieren, bloß eben in diesem Fall in einen Krieg, der im Zweifel mit Atomwaffen geführt wird", sagte der SPD-Politiker am Mittwoch im ugandischen Entebbe. Ihnen wird mit Feuer und Wut begegnet werden, wie es die Welt niemals zuvor gesehen hat. Daher habe Trump ihm eine starke Botschaft in einer Sprache gesandt, die er begreife.

Zwischen Washington und Pjöngjang war ein heftiges Wortgefecht über das nordkoreanische Atomprogramm ausgebrochen, in dem der Ton zuletzt immer rauer wurde.

Nordkorea hat seine Drohung gegen die USA erneuert und detaillierte Pläne für einen Raketenangriff auf Ziele vor der Pazifikinsel Guam vorgelegt.

Für Nordkorea wäre es besser, den USA nicht weiter zu drohen, erklärte Trump vor Journalisten in Bedminster im US-Bundesstaat New Jersey am Dienstag. Nordkorea wiederum erwägt einen Angriff auf den US-Luftwaffenstützpunkt auf der Pazifikinsel Guam. Man könne nur hoffen, dass sich in den USA diejenigen durchsetzten, die einen kühlen Kopf bewahrten.

Nordkorea spottete über Trumps Kriegsrhetorik. Daraufhin drohte das weitgehend isolierte Land mit dem Raketenbeschuss von Zielen im Umfeld von Guam. Die USA seien aber auch bereit, militärische Mittel einzusetzen, um sich selbst und ihre Verbündeten zu verteidigen. Er rief die Regierung in Pjöngjang auf, ihr Programm zur Entwicklung atomarer Waffen aufzugeben.

Trump hatte zuvor auf Twitter betont, das Nuklearwaffenarsenal der Vereinigten Staaten sei "schlagkräftiger als je zuvor". Bei einem Stopp auf Guam sagte Tillerson, er glaube nicht, dass es eine unmittelbare Bedrohung gebe, die Amerikaner könnten ruhig schlafen. Eine Sprecherin seines Ministeriums war danach um Erklärungen bemüht. "Ein weiteres Säbelrasseln wird uns hier sicher nicht weiterhelfen", sagte der Sprecher von Außenminister Sigmar Gabriel (SPD), Martin Schäfer, in Berlin. "Vernünftiger Dialog ist nicht möglich mit solch einem der Vernunft beraubten Typen, der senil wird", so Kim. Bei Trump helfe nur "absolute Stärke". Präsident Kim Jong-un solle dann über diese Pläne entscheiden. Die Drohungen Trumps, Nordkorea mit "Feuer und Wut" zu überziehen, nannte er "eine Menge Unsinn". Die USA sollten ihre "rücksichtslosen militärischen Provokationen" unterlassen, sodass man nicht "gezwungen" sei, eine "unvermeidliche militärische Entscheidung" zu treffen, sagte ein Armeesprecher laut KCNA.

Inzwischen ist Nordkorea nach Erkenntnissen der USA und Japans in der Lage, Raketen mit Miniatur-Atomsprengköpfen zu bestücken - auch Interkontinentalraketen. Japan und die USA würden ihre Politik eng abstimmen, sagte der Sprecher und verwies auf ein Treffen der Außen- und Verteidigungsminister beider Länder am 17. August.


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