13 tote Flüchtlinge: Mildes Urteil für Schlepper-Bande

Dabei blieb der Richter mit seinem Urteil weit unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, berichtet das Portal BR24. Die Schleuser, die diese Flüchtlinge übers Meer bringen wollten, sind nun vor dem Landgericht Traunstein verurteilt worden.

"Den Haupttäter hat das Gericht verurteilt zu einer Gesamtfreiheitssstrafe von vier Jahren, den Bootsführer zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten und den Finanzvermittler zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren, wobei ein Urteil aus Berlin einbezogen worden ist". Der Mann, der wie die Mitangeklagten aus Aleppo kommt, lebte zuletzt im bayerischen Burghausen, weshalb der Prozess in Bayern verhandelt wurde. Deshalb fand der Prozess in Traunstein statt.

Der Bootsführer muss für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Alle drei Syrer erhielten mehrjährige Haftstrafen.

Die Schleuserfahrten, um die es sich in dem Verfahren drehte, gingen vom türkischen Izmir aus über das Mittelmeer nach Griechenland.

Er soll laut Anklage syrische Landsleute in der Türkei angesprochen und die lebensgefährlichen Bootsfahrten vermittelt haben. Bei einer der Passagen im September 2015 passierte kurz vor der Insel Lesbos ein Unglück: Das völlig überladene und unbeleuchtete Schlauchboot mit den Flüchtlingen stieß nachts mit einem Frachter zusammen und kenterte. Die Verteidiger hatten auf wesentlich geringere Haftstrafen und in einem Fall auf Freispruch plädiert. Der Staatsanwaltschaft zufolge waren mindestens 46 Menschen an Bord. 13 Menschen starben, unter den Opfern waren fünf Kinder - zwei werden bis heute vermisst. Die Staatsanwälte hatten für den Zeitraum zwischen Juli und November 2015 insgesamt sechs Fahrten mit zusammen rund 250 Menschen aufgelistet. Der dritte Angeklagte, 34, hielt Kontakt zu Familienangehörigen von Flüchtlingen in Deutschland.


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