Leichtathletik: Tränen statt Gold - Bolt-Drama im letzten Karriere-Rennen

Usain Bolt konnte sein Pech selbst kaum fassen.

Zu WM-Beginn hatte der Sportler Bronze über 100 Meter geholt. Aus der ersehnten zwölften WM-Medaille wurde nun doch nichts. Der Brite muss sich bei seinem letzten Rennen auf der Bahn an Titelkämpfen mit Silber begnügen.

"Die letzten drei Wochen sind hart für ihn gewesen". Bolt hatte wegen der Verletzung etwa nach der Hälfte seiner Distanz mit schmerzverzerrtem Gesicht abstoppen und aufgeben müssen; er kam heftig ins Straucheln und lag später auf der Bahn. "So etwas passiert einfach", sagte McLeod.

Bolts Teamkollege Yohan Blake sagte im SRF: "Wir wollten das Gold unbedingt holen, vor allem für Usain". Als Dritter hatte er den Stab als Schlussläufer der jamaikanischen Staffel übernommen, nach wenigen Metern musste er seine geplante Aufholjagd beenden - eine Muskelverletzung hatte ihn gestoppt. "Er ist praktisch hier kalt rausgegangen".

Die Lichtgestalt der Leichtathletik am Boden - eine seltene Szene. Usain Bolt sammelte damit elf WM-Titel und acht olympische Goldmedaillen, stellte fünf Weltrekorde auf und gewann unzählige Rennen. Seine berühmte Bogenschütze-Siegerpose wurde zum Markenzeichen, das inzwischen Millionen Menschen kennen.

Schon am Vormittag hatten die Zuschauer Bolt immer wieder mit Sprechchören und Standing Ovations gefeiert.

"Die Energie in diesem Stadion ist wirklich außergewöhnlich", sagte er.

Am Ort seines grössten Triumphs, wo Farah 2012 erstmals das olympische Double schaffte, verabschiedete sich der gebürtige Somalier, der mit acht Jahren nach Grossbritannien gekommen war, nicht mit dem erhofften Sieg von seinen Fans. Ein bisschen Wehmut ist dann sicher dabei, aber Bolt meinte: "Ich bin happy".


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