Nach Streit mit Pep: Müller-Wohlfahrt packt erstmals aus

Am Samstag feiert Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt seinen 75. Müller-Wohlfahrt attackiert in Folge den Star-Trainer auch scharf: "Als Arzt habe ich die Verantwortung für die Gesundheit der Spieler und nicht der Trainer".

Nach fast 38 Jahren endete die Ära von Bayerns Vereinsarzt Hans Wilhelm Müller-Wohlfahrt im Frühjahr 2015 überraschend nach einem Streit mit dem damaligen Trainer Pep Guardiola unrühmlich. Das Vertrauensverhältnis sei zerstört, ließ "Mull" durchblicken. Bei den Münchnern leiden derzeit viele Spieler an Muskelverletzungen. Müller-Wohlfahrt und seinem Stab war nach einer Verletztenmisere das 1:3 im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League in Porto angekreidet worden. Müller-Wohlfahrt begann 1977 als Sportmediziner beim FC Bayern, der ihn damals von Hertha BSC Berlin abwarb.

Ob Arjen Robben oder die Nationalspieler von Bundestrainer Joachim Löw - das Wort Müller-Wohlfahrts hat immer noch Gewicht. Bei den Spielern des FC Bayern blieb es nicht, "Mull" bekam sie alle in die Finger. Damals spielten in München unter anderem die Herren Maier, Müller, Hoeneß und Rummenigge. Boris Becker, Katarina Witt oder Cristiano Ronaldo, aber auch Luciano Pavarotti, Thomas Gottschalk oder Bruce Springsteen. Manche Sportler, behauptet er, "erkenne ich schon am Abtasten ihrer Muskulatur". Kritisch gesehen wird er auch wegen des Verkaufs von Nahrungsergänzungsmitteln - und vor allem wegen seiner Vorliebe für das Präparat Actovegin. Travis Tygart, Chef der US-Anti-Doping-Agentur, bezeichnete den Einsatz des Präparats mal als "Frankenstein-Experiment". Doch nicht nur beim DFB halten sie den Mann mit den sehenden Händen für unverzichtbar.

Das Verhältnis zum FC Bayern sei aber weiterhin gut: "Ich habe den Verein wissen lassen, dass ich bereit bin, in schwierigen Fällen zu helfen", schließt Müller-Wohlfahrt auch ein Comeback nicht aus.


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