Staatsagentur: Nordkorea erwägt Raketenangriff auf US-Insel

Das Militär ziehe eine solche Attacke "ernsthaft in Erwägung", meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Trump hatte zuvor seine bislang schärfste Warnung an die Staatsführung in Pjöngjang gerichtet. Jürgen Hanefeld, Tokio-Korrespondent der ARD und langjähriger Beobachter des Nordkorea-Konflikts, sagte am Mittwochmorgen im Deutschlandfunk: "Das ist weiterhin Theater". Wenn Nordkorea seine Drohungen fortsetze, werde diesen "begegnet mit Feuer, Wut und Macht, wie die Welt es so noch nicht gesehen hat", sagte Trump am Dienstag.

Tatsächlich erinnert Trumps jüngste Drohung an Nordkorea gefährlich an die des US-Präsidenten Harry S. Truman an Japan im Zweiten Weltkrieg. Die Flugdistanz von knapp 3360 Kilometern könnten die Raketen binnen weniger als 18 Minuten zurücklegen. Sollte Nordkorea seine Drohung wahrmachen, wäre dies das erste Mal seit der Machtübernahme des jungen Diktators Kim Jong-un, dass nordkoreanische Raketen über japanisches Territorium fliegen.

Nach Informationen der "New York Times" hatte Trump seine weltweit beachteten "Feuer und Wut"-Äußerungen nicht vorher mit seinem Stab abgesprochen". Sie stützt sich dabei auf Aussagen von Beratern Trumps. Bei einem Stopp auf Guam sagte Tillerson, er glaube nicht, dass es eine unmittelbare Bedrohung gebe, die Amerikaner könnten ruhig schlafen.

Nordkorea spottete über Trumps Kriegsrhetorik. Die "Washington Post" und zahlreiche US-Militärexperten wiesen darauf hin, dass eine Modernisierung des Arsenals binnen sechs Monaten schlicht unmöglich sei.

Aus Nordkorea waren auch in der Vergangenheit schon beleidigende Ausdrücke für Spitzenpolitiker der USA und Südkoreas zu hören, Trumps Vorgänger Barack Obama wurde beispielsweise als "Affe" bezeichnet, die südkoreanische Ex-Präsidentin Park Geun Hye als "Prostituierte". In einem Kommentar hieß es, ohne eine "Rückkehr zur Vernunft" werde "alles noch schlimmer".

Nordkorea prüft nach eigenen Angaben einen militärischen Schlag gegen Guam im Westpazifik. Japan und Südkorea sind Verbündete der USA, dem Erzfeind der Führung in Pjöngjang.

Pjöngjang/Washington - Nordkoreas Militär droht den USA mit einem Raketenangriff auf die Gewässer um die US-Pazifikinsel Guam und heizt damit einen der gefährlichsten Konflikte der Welt weiter an. Zudem forderte er Pjöngjang auf, den in der vergangenen Woche verhängten Sanktionen des UN-Sicherheitsrats Folge zu leisten und auf weitere Provokationen zu verzichten.

Trotz Verboten des UN-Sicherheitsrates und Warnungen aus dem Ausland hatte Nordkorea am 28. Juli eine Interkontinentalrakete getestet. Experten nehmen an, dass ein Großteil des US-Festlandes in Reichweite dieser Raketen liegt, wenn das System ausgereift ist. Die USA sollten ihre "rücksichtslosen militärischen Provokationen" unterlassen, sodass man nicht "gezwungen" sei, eine "unvermeidliche militärische Entscheidung" zu treffen, sagte ein Armeesprecher laut KCNA.


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