Empfehlung zu Hepatitis und Tetanus geändert

Eine weitere Neuerung betrifft die Grippeimpfung von Kindern.

Das Robert Koch-Institut hat den neuen Impfkalender online gestellt. Wie das "Ärzteblatt" berichtet, wurde dieser Hinweis nun endgültig zurückgezogen, da in den letzten Jahren keine Überlegenheit dieses Impfstoffs zu den inaktivierten Impfstoffen nachgewiesen worden sei. Hier hatte die STIKO bereits im Vorjahr die Empfehlung vorläufig ausgesetzt, Kinder zwischen zwei und sechs Jahren bevorzugt mit der nasal zu verabreichenden quadrivalenten Lebendvakzine LAIV4 zu impfen. Die Empfehlungen der Kommission richten sich nun auch ausdrücklich an ehrenamtlich Tätige, Praktikanten, Auszubildende und Studierende. Hiermit wird klargestellt, dass die Indikation zur Impfung anhand des Expositionsrisikos bei einer Tätigkeit zu beurteilen ist und nicht auf bestimmte Berufsgruppen beschränkt ist. Eine vorübergehende Regelung vom vergangenen Jahr wird damit nun eine dauerhafte Empfehlung. Sie macht damit die 2016 erfolgte Absenkung der Frist von zehn auf fünf Jahre rückgängig. So liegt der Auffrischungsturnus sowohl bei kleinen Verletzungen als auch bei der routinemäßigen Erneuerung wieder einheitlich bei zehn Jahren. STIKO-Empfehlungen gelten als medizinischer Standard. Seit dem Jahr 2007 sind die von der STIKO empfohlenen Impfungen Grundlage für die Schutzimpfungsrichtlinie (SI-RL) des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) und werden mit Aufnahme in die SI-RL Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Deutschland. Der Grund: Die Daten zu Wirksamkeit, Schutzdauer und Sicherheit des Impfstoffs haben das Gremium nicht überzeugt. Die Wahrscheinlichkeit, an Gürtelrose zu erkranken, nehme jedoch mit dem Alter zu, die Wirksamkeit der Impfung dagegen ab, so die STIKO: Bei 50- bis 59-Jährigen betrage die Schutzrate 70 Prozent, bei 70- bis 79-Jährigen 41 Prozent und bei Personen ab 80 Jahren nur noch 20 Prozent. Eine mathematische Modellierung der zu erwartenden epidemiologischen Effekte bekräftigt die Entscheidung. Diese sollen in vier gesonderten Publikationen im "Bundesgesundheitsblatt" bis Anfang 2018 veröffentlicht werden.


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