Hoher Salzkonsum erhöht Herzschwäche-Risiko deutlich

Diese wurde jetzt auf dem Europäischen Kardiologiekongress (ESC) in Barcelona vorgestellt.

"Hoher Salzkonsum ist eine wesentliche Ursache für Bluthochdruck und ein bekannter Risikofaktor für Schlaganfall und Koronare Herzkrankheit (KHK)", berichtet die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK).

Inwieweit Salz auch zu einem Herzinsuffizienz-Risiko beiträgt, untersuchte Prof. Pekka Jousilahti vom National Institute for Health and Welfare, Helsinki, Finnland mit seinem Team. Weitere Studien mit mehr Teilnehmern seien nötig, um diesen nun zu analysieren, so der Forscher. Personen, die mehr als 13,7 Gramm Salz pro Tag konsumierten, hatten ein zweimal höheres Risiko, eine Herzschwäche zu entwickeln, als jene Gruppe, die unter 6,8 Gramm und damit am wenigsten Salz konsumierte.

BARCELONA. Wer viel Salz zu sich nimmt, hat ein deutlich erhöhtes Risiko für eine Herzinsuffizienz. Das ergibt eine finnische Follow-up-Studie mit 4630 Probanden (Alter: 25 bis 64 Jahre). Erhoben wurden darüber hinaus Gewicht, Größe, Blutdruck und diverse Laborparameter im Blut.

Der tatsächliche Konsum liegt aber weit darüber: Der durchschnittliche Salzkonsum liegt in Deutschland laut Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft bei 8,4 Gramm (Frauen) und 10 Gramm (Männer). Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt einen maximalen Salzkonsum von fünf Gramm pro Tag und definiert einen physiologischen Tagesbedarf von zwei bis drei Gramm. In dem Beobachtungszeitraum entwickelten 121 Studienteilnehmer eine Herzinsuffizienz. "Daten, wie sie diese Studie liefert, sind ein weiterer Hinweis, dass der kardiovaskulären Prävention durch geeignete Ernährung und andere Lebensstilmaßnahmen noch viel mehr Bedeutung zukommen sollte".

In Deutschland werden rund 80 Prozent der täglichen Salzzufuhr über verarbeitete Lebensmittel aufgenommen, berichtet die DGK unter Berufung auf deutsche Verbraucherzentrale. Hauptquellen sind Brot und Gebäck, Fleisch- und Wurstwaren sowie Milchprodukte und Käse. Zudem enthalten Fertiggerichte und Instantsuppen meist sehr viel Salz und auch Knabbergebäck fällt hier negativ auf. So müsste auf vielen Ebenen ein Umdenken stattfinden, um insgesamt die Salzaufnahme deutschlandweit deutlich zu reduzieren und damit die gesundheitlichen Folgen des hohen Salzkonsums zu minimieren.


Beliebt

VERBINDEN