Becker: "Management hat Zverev von Davis-Cup-Einsatz abgeraten"

Jetzt - nach dem Zweitrunden-Aus bei den US Open - die Absage.

Seit Dienstag ist die Laune von Publikumsliebling Becker allerdings ein wenig getrübt.

Boris Becker sprach in New York mit den meisten deutschen Tennisprofis - ein B-Team für seine erste Dienstreise als Herren-Chef zum Davis Cup konnte er nicht verhindern. Als neuer Head of Men's Tennis habe er aber auch "mit den meisten" deutschen Profis gesprochen. "Wir hätten ihn gebraucht", sagte Becker.

Unterstützung erhielt der dreimalige Wimbledonsieger von DTB-Vizepräsident Dirk Hordorff. "Aber ich stehe immer hinter dem Spieler". Ist der Becker-Effekt trotzdem schon verpufft? "Es ist nicht immer zeitgemäß", räumte Becker zum Format des Davis Cups ein. Zudem sei es für die Spieler schwierig, "auf einem Belag zu spielen, den man die Woche davor oder die Woche danach nicht spielt".

Anfang August waren Kernpunkte einer Reform des traditionsreichen Mannschaftswettbewerbs beim Kongress des Tennis-Weltverbandes ITF in Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam gescheitert. Bereits im Vorfeld war die Idee abgelehnt worden, Davis-Cup- und Fed-Cup-Endspiele auf neutralem Boden auszutragen. Die Partie in Estoril wird auf Sand ausgetragen, auf der ATP-Tour finden die Turniere im Herbst dagegen auf Hartplatz statt.

Besonders die Absage von Alexander Zverev schmerzt. "Er wollte spielen, er hat uns das auch noch mal glasklar versichert, aber sein Management hat ihm davon abgeraten", sagte der Herren-Chef des Deutschen Tennis Bundes bei Eurosport. Er solle sich ausruhen. Becker befand: "Das wäre eine Chance für Philipp gewesen, etwas für sein Renommee zu tun". Und die Marketing- und Medienstrategie des Chilenen ist global ausgerichtet.

Trotzdem ist Becker zuversichtlich: "Ich hoffe, Sascha spielt nächstes Jahr wieder".

Becker zeigte sich vor allem von der Absage des jüngeren Zverev-Bruders enttäuscht: "Das ist schade, er ist ein Idol von Millionen von Menschen". "Ich weiß, wie viele Menschen an einem herumzerren und wieviele Parteien da eine Meinung haben". "Ich muss auch auf meinen Körper hören", sagte der 33-Jährige. "Es wäre eine Chance gewesen, etwas für seine Reputation zu tun".

Mischa Zverev habe hingegen gemeinsam mit Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann entschieden, dass er nicht spiele, sagte Becker.

Becker wird noch bis Montag in New York bleiben und zwei Tage später in Portugal aufschlagen.


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