Mutter nennt ihren verstorbenen Sohn "zierlich"

Das Arnsberger Landgericht muss ab heute klären, ob eine Mutter aus Winterberg ihren 2jährigen Sohn vorsätzlich verhungern ließ. Mitten in Deutschland. Seine kleine Schwester konnten die Ärzte gerade noch vor dem Hungertod retten. Zu spät. Akute Unterernährung. Nach der Anklageverlesung kann die Mutter zu Wort kommen. "Ich hätte niemals meinen Kindern etwas angetan".

Anakin sei immer schon ein zierliches Kind gewesen. Tanja S. zählt zunächst alles auf, was seit ihrer Jugend passiert ist. Gymnasium und Lehre abgebrochen, schwanger geworden in ihrer Heimat Niedersachsen, mit dem Vater des Kindes zusammengeblieben. Der Vater des Kindes sei gewalttätig gewesen, vor allem gegenüber den Kindern.

Am letzten Tag im Februar 2014 hatte Anakin alles ausgespuckt, wollte nichts essen, war nörgelig. "Er hatte kein Fieber", rechtfertigt sich die Mutter. Am Montag habe sie Angst bekommen, sei mit ihm ins Krankenhaus gefahren.

Die Tochter war sogar noch zwei Monate vorher beim Kinderarzt, wie die Mutter sagt.

Eine Jugendamtsmitarbeiterin ist bereits am Amtsgericht Medebach wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Gericht gab ihr eine Mitschuld, weil sie bei den Kindern nicht genau genug hingeschaut habe. In dem Fall kommt es noch zu einer Berufungsverhandlung in Arnsberg. Laut eines Arztes habe das Kind definitiv zu wenig Nahrung bekommen.


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