Explosion in Londoner U-Bahn als Terroranschlag eingestuft

Bei einer Bombenexplosion in einem voll besetzten U-Bahn-Zug in London sind mindestens 22 Menschen verletzt worden.

Die Person, die die Lidl-Kühltasche mit dem Plastikeimer in den Zug gebracht hat, dürfte von mehreren Überwachungskameras gefilmt worden sein, schreibt Casciani weiter. Keiner der Verletzten schwebte in Lebensgefahr, am Samstag befanden sich nur noch drei der Betroffenen in ärztlicher Behandlung.

Die Polizei stufte den Vorfall als Terrorakt ein. Augenzeugen berichten laut der Nachrichtenagentur dpa von einem lauten Knall und einer "Flammenwand", die sich in dem U-Bahn-Waggon ausgebreitet haben soll.

Im Londoner U-Bahnhof Parsons Green war es mitten im Berufsverkehr zu einer Explosion gekommen.

Die Metro-Haltestelle Parsons Green wurde gesperrt, wie die Polizei mitteilte. Die Bilder aus London.

Theresa May hat eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats angesetzt. "Meine Botschaft an die Londoner ist, aufmerksam, wachsam zu sein - nicht verängstigt zu sein und die Ruhe zu bewahren". Gestern wurde bekannt, dass die Verhaftung von Terrorverdächtigen allein in diesem Jahr einen Rekordstand erreichte. Laut BBC wurde der Sprengsatz ferngezündet. Die Polizei bestätigte die Echtheit der Fotos noch nicht. Eine Augenzeugin sagte, sie sei bei einer Massenflucht in der U-Bahn-Station Parsons Green verletzt worden. "Die Fahndung läuft", sagte Bürgermeister Khan dem Radiosender LBC. Die Straßenzüge um den oberirdischen Bahnhof im Zentrum der Metropole waren weiträumig abgesperrt, Hubschrauber kreisten am Himmel. Im Fernsehen waren bewaffnete Polizeieinheiten zu sehen. Die Feuerwehr teilte mit, sie sei mit 50 Mann im Einsatz. Sie hat die Menschen offenbar aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Der Zugverkehr wurde teilweise unterbrochen.

Augenzeugen schilderten das Chaos und die Panik nach der Explosion, als die Fahrgäste in wilder Flucht um ihr Leben rannten.

Der Präsident des Europaparlaments, Antonio Tajani, drückte den Opfern am Freitag sein Mitgefühl aus. Gemeinsam werde man den Terrorismus besiegen, sagte die Regierungschefin der BBC. Auch die deutsche Regierung äußerte ihre Besorgnis.

Für Verärgerung bei den Sicherheitskräften sorgte US-Präsident Donald Trump. Die Londoner Polizei bezeichnete den Kommentar als "nicht hilfreiche Spekulation". Das Internet sei das wesentliche Mittel zur Rekrutierung der Terroristen, schrieb Trump in einem zweiten Tweet. Demnach wurde der 18 Jahre alte Mann in der südenglischen Hafenstadt Dover gefasst.

Im März war ein Attentäter auf der Londoner Westminster-Brücke mit einem Auto gezielt in Fussgänger gerast, bevor er einen Polizisten auf dem Gelände des Parlaments niederstach. Fünf Menschen starben. Bei einem Bombenattentat auf die Besucher eines Konzerts in Manchester im Mai starben 22 Menschen.

Die Explosion wurde durch einen selbst gebauten Sprengsatz ausgelöst worden. Er wurde verhaftet. Eines der Opfer kam ums Leben, wie sich später herausstellte, handelte es sich um einen gläubigen Muslim, der kurz zuvor in der Moschee eine Herzkrise erlitten hatte und möglicherweise schon tot war.

Bei dem Attentat am Freitag waren 29 Menschen verletzt worden.

Der Täter Darren Osborne, ein weisser 47-jähriger Engländer, wollte nach eigenen Aussagen Rache an Muslimen nehmen. Acht Menschen werden getötet, Dutzende verletzt. Polizisten erschossen die Täter. Die IS-Terrormiliz reklamierte den Anschlag für sich und kündigte weitere Gewalttaten an.

Während - und weil - zunächst unklar war, ob die Explosion ein verwirrter Bombenbauer herbeigeführt hat, der den Brandsatz in Eigenregie gebastelt hat, oder ob hinter dem Anschlag tatsächlich eine Terrororganisation steht, versammelte Premierministerin Theresa May ihr Sicherheitskabinett zu einer Beratung. Sicherheitskräfte erschießen den Täter.


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